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Latest news: „Denk mal – worauf baut Europa?“ – hier entlang zu den Themen des 65. Europäischen Wettbewerbs

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Schardey

2008 232: Einander verstehen

„Wenn wir miteinander leben, müssen wir einander verstehen.“ (Johannes Rau, 1931-2006) – Interviewe zu dieser Aussage Menschen anderer Kulturen, die in Deutschland leben. Fasse die Ergebnisse zusammen und kommentiere sie.

Einzelarbeit, 14 Jahre, Horneckschule, Gundelsheim, Baden-Württemberg

Kommentar der Jury: In einer gelungenen, problemorientierten Einleitung wird auch die eigene Betroffenheit bezüglich der Thematik dargelegt. Die Schülerin weist auf ihre „dunklere Hautfarbe“ hin, die vom marrokanischen Großvater stamme. Sie weist auch auf ihr soziales Engagement bei einem Grundschul-Projekt hin, bei dem sie ausländischen Grundschülern bei den Hausaufgaben hilft. Ihre Mutter arbeitet in der Sprachförderung vor allem von Ausländern, so dass auch von dieser Seite ein direkter Bezug zur Thematik gegeben ist.

Nach einer gründlichen und dennoch abstrahierenden Zusammenfassung der Rede des Bundespräsidenten Rau vom 12. Mai 2000 gibt sie die Interviews mit drei ausländischen Mitbürgern aus ihrer Umgebung wieder. Die befragten Personen – ein italienischer Arbeitnehmer, eine türkische Mitschülerin und eine vietnamesische Studentin – und ihr Umfeld werden kurz und präzise beschrieben. Die Fragen in den drei Interviews folgen einem Grundschema, variieren jedoch in sinnvoller Weise entsprechend den Gesprächspartnern.

In der sehr gelungenen Analyse der Befragungen wird die besondere Bedeutung des Erlernens der deutschen Sprache für alle Immigranten betont, zugleich aber an die Deutschen appelliert, auf ihre ausländischen Mitbürger zuzugehen und ihnen die Integration zu erleichtern. So schreibt sie: „Rau meinte mit dem ‚Miteinander’ in der Berliner Rede 2000, dass wir bereit sein müssen den Ausländern zuzuhören, genauso wie wir wollen, dass sie uns zuhören und unsere Kultur aufnehmen. Wir müssen Neugierde zeigen, damit sie uns von ihren Ländern berichten können. Es darf nicht immer heißen: die Ausländer müssen genau so leben wie wir hier in Deutschland. Natürlich sollen sie an das Leben in Deutschland angepasst leben und unsere Kultur und Gesellschaft achten. Doch wir müssen auch bereit sein ihnen zuzuhören, damit ein gleichberechtigtes Miteinander möglich ist.“

Aus der gesamten Arbeit und vor allem auch aus dieser Analyse gewinnt man den Eindruck, dass die Ausführungen keine konventionalisierten Schablonen liefern, sondern eigener Erfahrung und Reflexion entspringen. Tabellen mit statistischen Angaben zur Zahl der Ausländer, Asylbewerber, Aussiedler, arbeitslosen Ausländer und zur Einwanderung nach und zur Auswanderung aus Deutschland runden die Arbeit ab.

Die Arbeit ist sehr sorgfältig ausgeführt, sie enthält – vor allem im Vergleich – erfreulich wenige Fehler. Es sei nochmals darauf verwiesen, dass es sich um eine Arbeit der 9. Klasse Realschule handelt.

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