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Latest news: „Denk mal – worauf baut Europa?“ – hier entlang zu den Themen des 65. Europäischen Wettbewerbs

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Steck

2010 4-1: Integration

Bildung eröffnet Chancen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Armut, Migration oder Sprachschwierigkeiten erschweren den Zugang zu Bildung und können Ursache für soziale Ausgrenzung sein. Vergleichen Sie, welche Maßnahmen an Ihrer Schule und an europäischen Partnerschulen Ihrer Schule ergriffen werden, um sozialer Ausgrenzung von Schülerinnen und Schülern vorzubeugen und um allen gleiche Bildungschancen zu bieten.

Einzelarbeit, 18 Jahre,
Max-Born-Gymnasium, Backnang, Baden-Württemberg

Kommentar der Jury: Der Schüler hat Bildung als Schlüssel zur Integration untersucht, wobei schon durch die Auswahl der Bilder auf dem Deckblatt deutlich wird, dass die soziale Integration dazu die Schlüsselqualifikation darstellt.

Die Geschichte von Zeus und Europa erinnert ihn daran, dass die phönizische Prinzessin Europas erste „Migrantin“ war und dass es ihr sicher nicht leicht gefallen ist, sich zu „integrieren“. Damit wird die Bildung zu einem ganz wichtigen Schlüssel zur Integration, der für einen Ausgleich sozialer Ungleichheiten sorgt. Integration ist eine Art Treppe, die Integrationswilligen von Politik und Gesellschaft gebaut werden soll, welche diese aber auch benutzen müssen. Als Schüler weiß er am besten, dass Schule sozial Benachteiligte integrieren muss, damit sich diese in die Gesellschaft integrieren können. Ein „freundlich-offener Geist“ nicht nur an der Schule ist Voraussetzung hierfür.

Es folgt ein Vergleich mit der französischen Partnerschule in Trévoux, der sich mit den dortigen Integrationsbemühungen auseinandersetzt. Er folgert, dass Sprachkenntnisse die erste Stufe der Integrationstreppe darstellen. An dieser Stelle verweist er auf eine Fachoberschule in Meran, die gut durchdachte und hervorragend umgesetzte sprachliche Fördermaßnahmen durchführt. Diese ermöglicht Kindern mit Migrationshintergrund gleiche Bildungschancen. Aus eigener Erfahrung kennt er eine Schule in Dänemark, die durch Netzwerke zu lokalen Unternehmen sowie Praktika höchst effektiv eine auch außerschulische Integrationsarbeit vorantreibt.

Solchermaßen mehrsprachig aufwachsende Kinder sind dann im Fremdsprachenunterricht nicht benachteiligt, vielmehr im Vorteil, da sprachliche Strukturen übertragen werden können. Eine wichtige Vermittlerrolle zwischen Schüler/innen, Eltern und Schule weist der Verfasser daher auch Schul-Sozialarbeitern zu, die auch bei Fremdenfeindlichkeit herangezogen werden können. Scheu vor zunächst Fremden und deren Weltbildern werden an seiner Schule gezielt durch Diskussionen mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Ländern abgebaut.

Das Fazit des Autors lautet deshalb: „Bildung kann und muss uns zu Europäern machen!“ Wir müssen Stufe um Stufe emporsteigen, um eine gelungene Integration zu leben. Er schließt mit Schillers „Ode an die Freude“, welche für ihn diese Vision in Worte fasst.

Die Jury hat diese gedankenreiche Arbeit als beste dieses Themas bewertet, da es dem Schüler gelungen ist, dieses komplexe Problem mit ausgewählten Beispielen aus verschiedenen europäischen Ländern anschaulich darzustellen.

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