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Latest news: „Denk mal – worauf baut Europa?“ – hier entlang zu den Themen des 65. Europäischen Wettbewerbs

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Nikol Caleta & Tanja Schweizer

2013 4-2: Europäische Bürgerinitiative

Seit dem 1. April 2012 gibt es die Europäische Bürgerinitiative. Erstmals können damit Bürgerinnen und Bürger Europapolitik direkt mitbestimmen. Finden Sie ein Thema, das sich für eine mögliche Europäische Bürgerinitiative eignet, und entwickeln Sie eine europaweite Kampagne zur Sammlung der erforderlichen eine Million Unterstützungsunterschriften.

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Beste Arbeit des Themas:
Nikol Caleta, 22 Jahre
Tanja Schweizer, 20 Jahre
Akademie für Kommunikation, Stuttgart, Baden-Württemberg

Kommentar der Bundesjury:

Nikol und Tanja haben ihre Bürgerinitiative dem Schutz der Tiere vor menschlicher Gewalt gewidmet und für die Kampagne zu dieser Bürgerinitiative vier Plakate und eine Animation der Plakatmotive gestaltet.

Die Gestaltung der Plakate ist gelungen auf hohen Wiedererkennungswert hin angelegt. Hier ist zunächst die durchgängig gestaltete Typografie zu würdigen: Eine jeweils auf das Bildmotiv bezogene, frei gestellte Textzeile fällt unmittelbar zusammen mit dem Motiv ins Auge. Der klärende Text am unteren Rand der vier Plakate: „Menschen lassen ihre Wut, Frust, oder Verzweiflung an Tieren aus. Das muss aufhören. Mensch gib uns deine Stimme!“ wird durch ein – ebenfalls von den Schülerinnen gestaltetes – Logo (SAVE US) ergänzt. Der Einsatz nur einer – nüchtern sachlichen – Schrift, die in der entscheidenden Textzeile gezielt in Kapitalis wechselt, trägt mit dazu bei, dass der an Gefühle appellierende Inhalt beim Betrachten nicht in Gefühlsduselei überschwappt.

Als Bildmotiv ist dreimal ein einzelner Tierkopf gewählt und einmal wird von dieser Gliederung abgewichen um das Motiv eines Hahnenkampfes nachvollziehbar zu zeigen. Die Tiermotive sind gekonnt in freier Schraffur gezeichnet, was wegen der zarten tonigen Unterlegung an eine Radierung erinnert, aber auch am Grafik-Tablett entstanden sein kann. Skizzenhaft ins Bild gesetzt sind dann die jeweiligen Grausamkeiten, die dem Tier zugefügt werden, so z.B. die Spritze bei einem Tierversuch. Bei aller Zurückhaltung haben die beiden Autorinnen dann durchaus in die Trickkiste gegriffen: Die glasigen Augen der bedrohten Tiere erscheinen durch die gezielt gesetzten Lichter lebendig, verängstigt und sie fixieren den Betrachter unmittelbar…

Die Gliederung der Bildfläche ist in allen vier Plakaten gekonnt gemeistert. Bildteile, Titelzeilen, Schriftzeilen und der Leerraum sind ausgewogen eingesetzt und vermitteln dem Betrachter, dass er Raum zum Nachdenken hat ohne von  emotional aufgeladenen Impulsen überrollt zu werden.

Die abgebildeten Tiere wenden sich direkt an den Betrachter: Tu das bitte nicht! – Was habe ich getan? – Ich möchte nicht kämpfen! – Muss ich unter Qualen enden?

Dennoch werden diese Kurztexte nicht als überzogen empfunden, die durchgängig zurückhaltende Gestaltung wirkt auch hier. Dem Betrachter bleibt Raum zum Reflektieren, er muss sich nicht überrumpelt fühlen. Diese Vermeidung von emotionalem Druck ist es, die diese Arbeit über ihre große gestalterische Qualität hinaus so sympathisch macht.

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