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Latest news: „Denk mal – worauf baut Europa?“ – hier entlang zu den Themen des 65. Europäischen Wettbewerbs

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Jamila Gebert

2013 4-3: Europäischer Bundesstaat?

Überschuldete Staaten, marode Banken und stagnierende Volkswirtschaften: Als Lösung der Krise im Euroraum werden Forderungen nach stärkerer Kooperation zwischen den Mitgliedstaaten und weitgehenden Reformen der Institutionen der Europäischen Union laut. Entwerfen Sie ein fiktives Streitgespräch zwischen Befürwortern und Gegnern einer Vertiefung der Europäischen Union.

Beste Arbeit des Themas:
Jamila Gebert, 18 Jahre
Quenstedt-Gymnasium, Mössingen, Baden-Württemberg

Kommentar der Bundesjury:

Sollte Europa vor dem Hintergrund seiner aktuellen ökonomischen Herausforderungen seine Integration bis hin zur Gründung eines europäischen Bundestaates vorantreiben, oder liegt die Lösung vielmehr in einer Rückbesinnung auf nationale Entscheidungskompetenzen?

Dieser Frage widmet sich die Autorin Jamila Gebert in einem Streitgespräch, das den Namen verdient: Auf der Grundlage einer überaus gründlichen und präzise dokumentierten Recherche zur Thematik werden beide Positionen – ergebnisoffen – aufeinander losgelassen. Dabei reden die beiden fiktiven Protagonisten nicht aneinander vorbei, sondern greifen jeweils geschickt und wohlinformiert Positionen ihres Gegenübers auf, um ihnen jeweils die eigene Überzeugung entgegenzustellen. Inhaltlich greift die Autorin zahlreiche aktuelle Diskussionspunkte auf. So werden etwa die „Friedensmacht Europa“, die inzwischen als selbstverständlich empfundenen Vorteile der europäischen Integration, Europa als Solidargemeinschaft sowie die mögliche Ausgestaltung eines europäischen Bundesstaats ebenso thematisiert wie das „Bürokratiemonster Brüssel“, Abschottungstendenzen gegenüber Flüchtlingen oder die Schwierigkeiten schwächerer Mitgliedsstaaten, den Anforderungen an eine gemeinsamen Wirtschaftspolitik zu genügen. Besonders hervorzuheben ist der gekonnte Umgang mit der Sprache, der sich auch in der Verwendung von Metaphern und Sprachspielen zeigt.

Dabei bleibt die Autorin nicht abstrakt, sondern bezieht ihre eigene Lebenssituation mit ein – etwa, wenn sie dem Zweifel des Euroskeptikers an einer europäischen Identität die Möglichkeit gegenüberstellt, mehrere Identititäten zu haben – vom BVB-Fan, über die Stuttgarterin und die Deutsche bis hin zur Europäerin.

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