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Ankommen in nur 2 Tagen! Preisträger legen in 48h Bühnenperformance aufs Parkett

Welche Potenziale unsere Preisträgerinnen und Preisträger in sich haben, stellte der kulturpädagogische „Gewinner-Workshop“ des diesjährigen Sondermoduls des Europäischen Wettbewerbs unter Beweis. Mit viel Energie, Offenheit, Neugier und Musik im Blut schafften es 12 Jugendlichen nicht nur binnen 48 Stunden eine Bühnenperformance mit Bühnenbild zu erarbeiten, sondern diese auch in einem vollen Saal der Jugendherberge Düsseldorf aufzuführen – und zugleich neue Freundschaften zu schließen.

„Angekommen in Europa – und nun?“ lautete der Titel der Sonderaufgabe und das war zugleich Thema des Bühnenworkshops, mit dem die besten Arbeiten des Sondermoduls ausgezeichnet wurden. Das Ministerium für Weiterbildung und Schule des Landes Nordrhein-Westfalen finanzierte den Workshop, der vom 13. bis 15 Juni in Düsseldorf stattfand. Geleitet wurde er von den freischaffenden Kommunikationsdesignern und Illustratoren, Rita Kohel und Fabian Stoltz. Auch eine Alumna des Europäischen Wettbewerbs, Wienke Jensen, arbeitete als Teamerin mit. Sie bastelte mit den Jugendlichen sogenannte „Klappmaulhandpuppen“.

12 Preisträgerinnen und Preisträger haben sich mutig ins Ungewisse gestürzt und eine Storyline für ihre Performance erarbeitet. Dabei war es den Teilnehmenden wichtig, nicht nur auf das „Ankommen“ zu schauen, sondern auch auf die unterschiedlichen Ursachen, die Menschen dazu bringen, ihr Heimatland zu verlassen, auf den Weg bis nach Europa sowie schließlich die Herausforderungen, vor denen sie im unbekannten Europa stehen, um endlich ein friedliches Leben zu führen.

Mit dem Thema hatten sich bis dato schon alle Seminarteilnehmende in ihrem Beitrag zum 64. Europäischen Wettbewerb befasst: Von Bildern, Collagen, Portraits bis hin zu Songtexten und Videoclips – im Gepäck hatten die Jugendlichen ihre Kreativität, Neugier und das Knowhow, Ideen umzusetzen. Dass in Düsseldorf jedoch nicht fernab der Realität „gebrainstormt“ wurde, dafür sorgten die selbst geflüchteten Jugendlichen. Als sie von ihren Wegen und Hintergründen berichteten, herrschte kurzzeitig Stille. Ohne die neugierigen Nachfragen und einer enorm freundschaftlichen Atmosphäre hätte die Luft hier bis zum Zerreißen anschwellen können. Doch die Jugendlichen haben mit ihrem gegenseitigen Interesse und Einfühlungsvermögen allen Teilnehmenden Respekt verschafft und bildlich vorgelebt, wie alle voneinander profitieren können. So ist es am Ende kein Wunder, dass sie es nach weniger als 48 Stunden tatsächlich geschafft haben, eine Bühnenperformance aufs Parkett zu legen.

25 Grad Celsius zum Trotz probten und bastelten die 14- bis 18-Jährigen zwei Tage lang unermüdlich. In zwei Teams haben sie die erarbeitete Storyline einstudiert und mit eigenen unterschiedlichen Kulissen unterstützt.

Sie waren sich einig, dass für ein gutes Zusammenleben das gemeinsame Lachen und Tanzen genauso wichtig ist, wie ab und den eigenen Schatten zu überspringen und „dem Anderen“ eher mit Neugier zu begegnen, als mit Abwehr. Das zelebrierten sie bis in die späten Abendstunden, in denen sie „ihren Abschlusstanz“ ganz allein entwickelten. Bevor die Jugendlichen, mit viel Energie aufgeladen, sich wieder in alle Richtungen verstreuten, wurde der gemeinsame Abschlusstanz noch einmal aufgeführt.

„Europa, das ist für viele von uns einmal Neuland gewesen und bedeutet für alle, die ankommen etwas Anderes.“, heißt es in der Aufgabenbeschreibung der diesjährigen Wettbewerbsrunde – im Workshop allerdings zeigte sich, dass alle Jugendlichen ähnliche Träume haben, wie die „Hoffnungspyramide“ zeigt. Angefangen von einer Basis aus Schule, Bildung, Studium und Beruf, sind Freunde, Familie und eine friedliche Zukunft das, worauf es ankommt.

Ganz nebenbei haben unsere Preisträgerinnen und Preisträger auch noch Einblicke in den politischen Alltag Nordrhein-Westfalens bekommen und konnten miterleben, wie nur eine Etage tiefer die Koalitionsverhandlungen für den im Mai 2017 gewählten Landtag stattfanden. Während im Innenhof der Jugendherberge Pressestatements abgegeben wurden, liefen die Teilnehmenden in die Koalitionsspitzen.

Weitere Eindrücke vom Seminar sind auf unserer Facebook-Seite zu finden. Die entstandene Performance können Sie hier einsehen:

 

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