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Europa im Unterricht | Fortbildung in Nordrhein-Westfalen

Der Europäische Wettbewerb bringt Europa in die Klassenzimmer – und zwar unabhängig von Schulform, Altersklasse oder Fach. Wie der Europäische Wettbewerb als Ergänzung zum pädagogischen Lehrprogramm in den Schulen umgesetzt werden kann und welche Umsetzungsvarianten es gibt, auch im Bezug zum Strukturlehrplan, erläuterten Christian Schneider, Landesbeauftragter des Europäischen Wettbewerbs in Nordrhein-Westfalen und Mareen Hirschnitz, Projektmanagerin des Europäischen Wettbewerbs , am 16. November bei einer eintägigen Fortbildung an der Europaschule Bornheim. Ziel dieses Workshops war es, Lehrkräfte sowohl der literarischen, sprachlichen, künstlerischen, musischen sowie gesellschaftswissenschaftlichen Fächer zu informieren, die sich bisher nicht am Wettbewerb beteiligt haben.

Ein erster Blick hinter die Kulissen und in die Historie des Wettbewerbs bot das Video zum 60. Jubiläum des Europäischen Wettbewerbs. Begonnen als Schreibwettbewerb boten sich im Laufe der langjährigen Geschichte des ältesten Schülerwettbewerbs immer mehr Möglichkeiten, sich mit den jährlich wechselnden Aufgaben auseinanderzusetzen: Ob in Gedichtform, als Poetry Slam, in Texten oder eigens entwickelten Kinderbüchern, in Comics, Powerpoints, Liedbeiträgen, Rapsongs, Videos, Theaterstücken oder anhand von Collagen, Bilderreihen, Plakaten, Skulpturen und Bildbeiträgen – der Kreativität und Umsetzungsform sind heute keine Grenzen gesetzt. Für weitere Inspirationen sind die Best of – Filme der 63. und 64. Wettbewerbsrunde empfohlen.

Die Website des Europäischen Wettbewerbs stellt im Arbeitshilfeportal Grundlagenwissen für Multiplikatoren, didaktisches Material über die EU für den Unterricht und passend zu den jeweils aktuellen Aufgaben sortierte Online-Materialien zusammen.

Nachdem die Lehrkräfte am Donnerstag bereits in Kleingruppen erste Ideen zu den Aufgaben unter dem Motto „Denk mal – worauf baut Europa?“ sammelten, können sie diese mit ihren Schülerinnen und Schülern gemeinsam einem Feinschliff unterziehen und noch bis Ende Januar 2018 bearbeiten. Die besten Arbeiten werden im Anschluss von der Landesjury an die Bundesjury weitergegeben, wo attraktive Preise winken: 140 Reisen u.a. nach Brüssel, Straßburg oder zu den internationalen Jugendbegegnungen, 170 Sachpreise wie Spiele, Bücher oder ZEIT- und GEOlino-Abos bis hin zu Geldpreise im Wert von 25 bis 150 Euro.

Für Lehrkräfte, die aktuellen Themen gern in einem internationalen Umfeld bearbeiten möchte, bietet eTwinning, die optimale Gelegenheit. Danke Christiane Brieger, Moderatorin für eTwinning in NRW, erhielten die Anwesenden Lehrkräfte Einblick in die Funktionsweise und Möglichkeiten der Online-Plattform und Hinweise, wie ein solches Projekt entwickelt werden kann. Sowohl zeitversetzte Themenbearbeitung der unterschiedlichen Gruppen, als auch gemeinsame live-Chats, Videokonferenzen und Blogbeiträge sind machbar. Im „Twin-Space“ selbst finden sich die Jugendlichen in einem geschützten Portal, ohne dass der gesamte Austausch öffentlich geschaltet wird.  Für alle Änfängerinnen und Anfänger  empfiehlt Christiane Brieger, sich an „KISS“ zu halten: „Keep it small & simple“. Denn auch bei eTwinning gilt: Man wächst mit seinem Auftrag, seinen Erfahrungen und Kontakten.

Auch über den Tellerrand des Wettbewerbs hinaus wurden weitere europapolitische Bildungsangebote vorgestellt. Auf regionaler Ebene kann das „Europateam NRW“ gebucht werden, das für die Landeszentrale für politische Bildung in NRW Planspiele durchführt. Darüber hinaus bieten auch einige Mitgliedsorganisationen der Europäischen Bewegung Deutschland kreative Bildungsformate für Europathemen an:

  • So lädt die Junge Europäische Bewegung jährlich 400 Schülerinnen und Schülern ein, an einer zweitägigen Simulation des Europaparlaments (SIMEP) teilzunehmen.
  • Die Schwarzkopf-Stiftung bietet mitunter vierstündige EU-Kompaktkurse an, in denen sie einzelnen Klassen grundlegendes Inhaltswissen zur Europäischen Union vermitteln oder gar spezifische Themen unter die Lupe nehmen und mit den Schülerinnen und Schülern kritisch diskutieren.
  • Das European Youth Parliament bietet darüber hinaus die Gelegenheit, eine Simulation des Europaparlaments mit internationaler Teilnehmerschaft nachzuempfinden und mitzuerleben und Visionen zur weiteren Gestaltung Europas zu entwickeln.
  • Citizens of Europe bietet diverse Wochenenddebatten, Trainings, Künstlerworkshops und ein jährliches Kurzfilm-Festival über die verschiedenen Darstellungen Europas an. Mindestens zwei Mal im Jahr findet ein etwa einwöchiges Seminar mit internationaler Beteiligung zu Themen wie Bürgerbeteiligung und Demokratie statt.
  • planpolitik entwickelt und gestaltet Planspiele zu politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen, die auch für Schulen und Klassen gut geeignet und einsetzbar sind.

Die Fortbildung ist Teil einer Reihe von Veranstaltungen, die die Bundesgeschäftsstelle des Europäischen Wettbewerbs in Zusammenarbeit mit den Landesstellen durchführt. Ziel der eintägigen Veranstaltungen für Lehrkräfte aller Fachrichtungen ist es, Schulen kreative Formate der Europabildung und den Europäischen Wettbewerb vorzustellen. 2018 sind Veranstaltungen in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Brandenburg geplant.

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