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Europäisches Kulturerbejahr | Praxistipps für Arbeit mit Jugendlichen

Baukulturelles Erbe – ein sperriger Begriff, mit dem Jugendliche wenig anfangen können. Wie kann es dennoch gelingen, Kinder und Jugendliche für das kulturelle Erbe Europas zu begeistern? Dieser Herausforderung widmet sich die neue „Handreichung für die Praxis – Sharing Heritage Jugendprojekte“, die im Vorfeld des Europäischen Kulturerbejahres 2018 veröffentlicht wurde.

Die praxisnahe Publikation entstand auf Grundlage zweier Workshops, die mit Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren durchgeführt wurden. Die Teilnehmenden lieferten spannende Impulse über die Interessen, die Bereitschaft zum Engagement und die verwendeten Medien Jugendlicher. Heraus kamen hilfreiche Tipps für Projektträger und Lehrkräfte, die mit Jugendlichen das kulturelle Erbe Europas thematisieren wollen.

Jugendliche können zwar mit dem Begriff „baukulturelles Erbe“ nichts anfangen, doch begeistern sie sich durchaus für Architektur und besondere Orte, zum Beispiel sogenannte „lost places“. Sie erschließen sich diese Orte am liebsten über jugendtypische Eventformate wie Sport, Musik, Tanz, Street-Art oder Geocaching. Kulturelle Vielfalt empfinden die meisten Jugendlichen als selbstverständlich und schätzen diese insbesondere hinsichtlich der Vielfalt von Essen, Folklore oder Musik.

Auch wie man Jugendliche erreicht, wurde im Workshop analysiert. Soziale Medien wie Youtube, Facebook und Instagram erwiesen sich dabei als zentrale Kommunikationsorgane, klassische Medien nutzen Jugendliche kaum. Wichtig ist ihnen die Empfehlung durch Freunde, Familie oder auch sogenannte Youtube-Influencer.

Wer Veranstaltungen mit Jugendlichen plant, sollte bei deren Planung möglichst Jugendliche aktiv einbinden. Die Workshop-Teilnehmenden bevorzugten Veranstaltungen im Freien, mit klaren Tagesplan, aber auch Raum für Improvisation und Spontanität. Ihnen ist es wichtig, dass sie so sein können wie sie sind und nicht von Erwachsenen bewertet werden – das passiert nämlich ständig in der Schule.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sind Jugendliche gern bereit, eigeninitiativ Projekte und Veranstaltungen zum Thema Kulturerbe zu gestalten. Allerdings empfehlen die Autoren der Handreichung, hier ein kluges Maß aus Eigenverantwortung und Anleitung zu finden – denn den meisten Jugendlichen fehlt Erfahrung und Wissen in Projekt- und Veranstaltungsmanagement.

Zur Handreichung für die Praxis – Sharing Heritage Jugendprojekte

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