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Kreativ und kritisch für Europa – Schülerarbeiten des 63. EW

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© Wettbewerbsbeitrag von Kristina Gleißner aus dem 60. EW

 

Bilder, Texte, Friedenslieder und Videos – 77.000 Schülerinnen und Schüler von der 1. Klasse bis zum Abitur haben beim 63. Europäischen Wettbewerb zu drängenden Problemen in Europa Position bezogen.

Mut ist ein kleines Stück vom ganz großen Glück, Mut muss keine große Geste sein, sondern beginnt in mir ganz klein“, dichtete die zwölfjährige Sandra Fuhrmann aus Emden in ihrer Textarbeit für den 63. Europäischen Wettbewerb. Die junge Autorin verknüpfte sprachlich und inhaltlich beeindruckend die privaten „Mut-Geschichten“ ihrer 79jährigen Oma mit weltpolitischen Ereignissen, die ebenfalls Mut erfordern: „Was wäre Europa ohne die Menschen, die täglich Mut beweisen, die in Europa einen Neuanfang wagen, die sich von Terror nicht einschüchtern lassen, die für unsere Zukunft kämpfen, die an alle Menschen in Europa denken, die sich nicht von der Meinung der Mehrheit beeinflussen lassen? Zu diesen Menschen möchte auch ich gehören! Europa ist nur eins, wenn es Mut und Respekt gegenüber allen Menschen zeigt und nicht wegschaut, wenn Hilfe nötig ist.“ Sandras Appell wurde von der Bundesjury mit dem Pokal für die „Beste Arbeit der Kategorie Text“ ausgezeichnet.

Das Leid der Flüchtenden und Europas Reaktion darauf berührt die Kinder und Jugendlichen in Deutschland, das zeigt auch der Hip Hop-Song, den Saikou Louis Suwareh und Linus Langer aus Hannover im Rahmen der Sonderaufgabe „Ein bisschen Frieden“ eingereicht haben: „Sag mir bitte, was ist das für eine Welt, die einen ertrinken im Meer, die anderen im Geld (…)  Komm wir setzen ein Zeichen, denn so kann es nicht bleiben, wir heben die Hand gegen Terror und Angst (…)“ Als Anerkennung für ihren selbst produzierten Song reisen die beiden Schüler auf Einladung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Herbst zum Tag der Talente nach Berlin.

Mutig sein im Alltag, Zivilcourage zeigen und für andere eintreten, die von Gewalt und Ausgrenzung bedroht sind – darum ging es beim 63. Europäischen Wettbewerb. Deutschlands ältester Schülerwettbewerb reagierte damit auf die großen Herausforderungen, mit denen sich Schulen angesichts der Flüchtlingskrise konfrontiert sehen. Schulen leisten zurzeit Außerordentliches  bei der Integration hunderttausender Kinder und Jugendlicher. Dass die deutschen Kinder und Jugendlichen voller Mitgefühl und Hilfsbereitschaft sind, zeigen ihre engagierten Wettbewerbsbeiträge.

Eine klare Absage erklärten die Schüler/innen dem Mobbing.  Hanna Büching, Mathilda Gallitzendörfer, Laura Insam und Eva Metus aus Augsburg erzählen in einem Musikvideo die Geschichte eines Mädchens, das in und außerhalb des Internet gemobbt wird und sich schließlich Hilfe sucht. Die zwölfjährigen Mädchen beweisen wie viele andere Schüler, die Beiträgen zu der Aufgabe „Cybermobbing – nur ein harmloser Streich?“ einreichten, eine beeindruckende Medienkompetenz – die leider vielen Lehrkräften noch fehlt.

Unverhandelbar zu den europäischen Werten gehören die Gleichberechtigung und der Schutz von Frauen vor Gewalt – das machten Schüler/innen in sehr emotionalen schriftlichen, medialen und bildlichen Arbeiten deutlich. Ihre Beiträge zeigen eindrucksvoll, welche zerstörerischen Folgen Gewalterfahrungen haben: Annika Beckers Gemälde einer „heiligen Marionette“ zeigt ikonographisch die Rolle der Frau in der Gesellschaft,  Nicole Vögele zeigt in einer Bilderserie den Schrecken körperlicher Gewalt, während sich Xenia Würf und Anna Voigt in einem Animationsfilm mit den Folgen psychischer Gewalt befassen.

Die hier Genannten stehen exemplarisch für 77.139 Schüle­rinnen und Schüler von 1.153 Schu­len, die bundesweit am 63. Europäischen Wettbewerb teilnahmen. Etwa hundert der auf Bundesebene ausgezeichneten Schülerarbeiten wurden erstmals in einem kurzen „Best of“ – Video präsentiert. Viele weitere besonders erfolgreiche Bilder, Texte, Lieder und Videos wurden im Archiv der Schülerarbeiten des 63. Europäischen Wettbewerbs veröffentlicht. In den kommenden Wochen wird täglich eine Schülerarbeit auf dem Facebook- und Twitterprofil des Europäischen Wettbewerbs präsentiert.

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