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  • 01.12.2016

Premiere geglückt: Fortbildung innovative Europabildung

img_1694Welche innovativen Europabildungsformate für Kinder und Jugendliche gibt es und was können wir davon für den Europäischen Wettbewerb lernen und nutzen? – diese Frage stand im Fokus einer dreitägigen Fortbildung, die vom 23. bis 25.11.2016 in der Berliner Geschäftsstelle des Europäischen Wettbewerbs stattfand. 17 Lehrkräfte reisten aus ganz Deutschland zur Fortbildung an – viele von ihnen waren als Anerkennung für ihr bisheriges Engagement für den Europäischen Wettbewerb von den Kultusministerien eingeladen worden, andere kamen noch ohne Erfahrung, aber dafür mit großer Neugier auf den ältesten Schülerwettbewerb Deutschlands.

Für Seminarleiter Torsten Johansson, Landesbeauftragter des Europäischen Wettbewerbs in Schleswig-Holstein, und die Projektmanagerin auf Bundesebene Janin Hartmann, war das Seminar eine Premiere. Ziel der Veranstaltung war es, junge Lehrkräfte als Multiplikatoren für kreative Europabildung auszubilden, dadurch aktiv dem Generationenwechsel an Schulen zu begegnen und das Fundament aktiver Unterstützer/innen des Wettbewerbs zu erweitern. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützte dieses Vorhaben und finanzierte die dreitägige Fortbildung.

img_1583Bernd Hüttemann, Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. (EBD), Trägerverein des Europäischen Wettbewerbs von Anbeginn an, begrüßte die Lehrkräfte im sogenannten Europahof in Berlin-Mitte. Hier sind neben der EBD und dem Europäischen Wettbewerb auch die Europa-Union, die Jungen Europäischen Föderalisten und die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa beheimatet – viele von ihnen trugen aktiv zum Seminarprogramm bei.

img_1625Den Auftakt machte die Schwarzkopf-Stiftung. Projektleiterin Viviane Otto und zwei junge Berliner Trainer stellten die Peer-Education-Kurse „Europa verstehen“ vor, die die Schwarzkopf Stiftung an Schulen in Berlin, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen durchführt. Junge Trainer/innen führen an Schulen kostenlos Workshops zu europäischem Grundlagenwissen, aber auch zu aktuellen Debatten durch. Die dabei angewandten Methoden wurden den Lehrkräften anschaulich vorgestellt: mit Bewegung, ansprechendem Lernmaterial und interaktiven Debattenformaten entstand schnell eine offene und motivierte Lernsituation, die die anwesenden Lehrkräfte überzeugte – die Nachfrage nach den Kursen und Materialien der Schwarzkopf Stiftung war hoch.

Im Anschluss stellte Katja Sinko von der Jungen Europäischen Bewegung Berlin Brandenburg die „Simulation Europäisches Parlament (SIMEP)“ vor – ein erfolgreiches Planspiel für Schüler/innen der 10. Klassen. Die SIMEP bietet jährlich über 400 interessierten Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, europäische Politik und parlamentarische Abläufe in der Praxis hautnah zu erleben. Unter einem jährlich wechselnden Motto schlüpfen die Teilnehmenden für zwei Tage in die Rolle von Europa-Abgeordneten und diskutieren in Fraktionen, Ausschüssen sowie im Plenum über aktuelle kontroverse europapolitische Themen.

img_1666Am Nachmittag gelang es dann Karsten Lucke, Studienleiter des Europahauses Bad Marienberg, trotz der undankbaren Rolle als dritter Referent in Folge, die Lehrkräfte mit seinen kreativen Konzepten der Europabildung zu begeistern. Er stellte beispielhaft Projekte aus drei pädagogischen Bereichen vor: digitale Bildung, künstlerische Bildung und Open Educational Resources (OER). Im Bereich der digitalen Bildung präsentierte er neben Apps und Software für Medienarbeiten (#bewegtbildung) auch „digitale Schnitzeljagden“ oder den Einsatz von Social Media Profilen für historische Bildung. Das Europahaus Marienberg habe mittlerweile jedoch den Anteil digitaler Bildung wieder reduziert und arbeite wieder stärker analog und kreativ, so Lucke. Als Beispiele dafür zeigte er große Kunstprojekte mit Telefonzellen oder Installationen im öffentlichen Raum. Abschließend stellte er neue OER-Konzepte vor, die er und sein Team zurzeit ausprobieren, wie beispielsweise „Life Action Role Plays“ oder „BreakOut-Education“-Konzepte, in denen Teilnehmende in einem nachgebauten Setting Rätsel lösen müssen.

Der zweite Seminartag begann mit einem Workshop zum EU-Förderprogramm Erasmus+. Marco Schroeder von der EuropaBeratung Berlin stellte den Lehrkräften Möglichkeiten vor, europäische Fördergelder für schulische Bildungsarbeit zu nutzen. Er fokussierte dabei besonders die Leitaktion 1 für Mobilitätsprojekte für Schulpersonal und europäische Fortbildungen, da diese einen niedrigschwelligen Zugang für unerfahrene Antragsteller bietet. Aber auch Leitaktion 2 und die Antragstellung für europäische Bildungsprojekte und strategische Partnerschaften wurden im Workshop vorgestellt.

Nach einer Kaffeepause stellte Christiane Meisenburg, erfahrene eTwinning-Moderatorin aus Berlin, den Teilnehmenden das größte Online-Netzwerk für europäischen Schulaustausch vor. Um den Anwesenden die Angst vor der technische Hürde der digitalen Projektarbeit zu nehmen, zeigte sie anschaulich die Funktionen des „Online-Klassenzimmers“ TwinSpace und ergänzende Möglichkeiten wie Partnerportale oder Online-Veranstaltungen. Nach den technischen widmete sie sich den inhaltlichen Möglichkeiten von eTwinning-Projekten und stellte die Arbeitsphasen eines ihrer ausgezeichneten Projekte mit Grundschülern im Rahmen des 63.Europäischen Wettbewerbs vor.

img_1689Nach zahlreichen inspirierenden Vorträgen stand der Nachmittag des zweiten Seminartages dann im Zeichen der Anwendung im Europäischen Wettbewerb. Janin Hartmann präsentierte zunächst Beispiele der methodischen Vielfalt, die im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs möglich ist, danach entwickelten die Lehrkräfte in Kleingruppen konkrete Ideen für die Umsetzung der aktuellen Wettbewerbsaufgaben. Eine Gruppe befasste sich mit Methoden für den Primarbereich, eine Gruppe mit künstlerisch-medialen Methoden und eine dritte Gruppe mit der gesellschaftswissenschaftlichen Perspektive auf die Aufgaben. Eine vierte Gruppe entwickelte Vorschläge für Themen in der 65. Wettbewerbsrunde.

Nach einem vollen Tag klang der Abend gemeinsam im deutsch-jüdischen Theater Bimah aus, das ein interkulturelles Schülertheaterprojekt zeigte. Das Ensemble diskutierte im Anschluss engagiert mit den Lehrkräften über Vorurteile und interkulturelle Bildung an Schulen.

Am letzten Seminartag war die Gruppe zu Gast im Europäischen Haus, wo neben der deutschen Vertretung der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments auch eine neue multimediale Ausstellung beheimatet ist. Zunächst hatten die Lehrkräfte Gelegenheit, sich mit Ulla Kalbfleisch-Kottsieper auszutauschen, einer erfahrenen Europapolitikerin, die heute im Rednerdienst der Europäischen Kommission Gruppen empfängt. Mit ihrer bodenständigen und humorvollen Art europapolitische Zusammenhänge herzustellen, begeisterte sie die Lehrkräfte. Im Anschluss erkundeten die Teilnehmenden die multimediale Ausstellung „Erlebnis Europa“, die unter anderem ein 360-Grad-Kino und viele Angebote für Schülergruppen bietet.

Zum Abschluss versammelten sich die Teilnehmenden noch einmal im Europahof, um die Fortbildung gemeinsam auszuwerten. Die Lehrkräften zeigten sich begeistert von der Vielfalt und Kreativität der Seminarinhalte, wollten vieles davon in ihrer Lehrpraxis nutzen und bekräftigten den Wunsch, auch  weiterhin vernetzt und engagiert für den Europäischen Wettbewerb zu bleiben. Auch die Seminarleiter waren sich einig: Premiere  geglückt – Fortsetzung folgt.

Den Reader zur Fortbildung „Innovative Bildung“ finden Sie hier.

Zum Fotoalbum der Fortbildung

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