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  • 11.07.2017 - 13:08
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Rosas‘ Erlebnisbericht | Europa in Otzenhausen

Rosa mit ihren Mitstreitern aus ganz Europa bei der Jugendbegegnung © Foto: Rosa Lachnit

Rosa Lachnit, Schülerin des Goethe-Gymnasium in Bensheim (Hessen), hat sich in ihrem Beitrag zum Thema Europa 4.0 – Beam me to 2027 mit den Auswirkungen von zukünftigen technischen Veränderungen auseinandergesetzt. Dafür wurde sie von der Bundesjury mit dem Reisepreis für die Jugendbegegnung nach Otzenhausen bedacht. Hier ihr Bericht:

Als ich erfuhr, dass ich an der Jugendbegegnung in Otzenhausen teilnehmen durfte, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich las einige Berichte aus den vergangenen Jahren und entschloss mich dazu, diese Chance zu nutzen.

Als ich dann am 25. Juni nach zwei Stunden Anfahrt in Otzenhausen ankam, war ich natürlich sehr aufgeregt. Wir trafen uns dann auch schon kurz danach, um etwas zu essen. Am Anfang waren die Meisten noch sehr still, doch das änderte sich schon am ersten Abend. Spätestens nach der Hausbesichtigung hatte man die ersten Teilnehmer kennengelernt. Wie ich später erfuhr, hatte ich die kürzeste Anreise, viele waren geflogen oder mit dem Zug angereist. Nach den ersten Stunden fühlte ich mich wirklich wohl in unserer Unterkunft und die anfängliche Nervosität war dem Gefühl von Vorfreude und Neugier gewichen. Besonders schön fand ich, dass sich an fast allen Wänden verschiedene Kunstwerke befanden.

Wir erfuhren, dass wir eine bunt gemischte Gruppe mit achtzehn Teilnehmern im Alter von sechzehn bis achtzehn aus Polen, Kroatien, Griechenland und Deutschland waren.

Den ersten Abend verbrachte ich damit, das Mädchen, mit dem ich mir ein Zimmer teilte, und eine andere deutsche Teilnehmerin besser kennenzulernen. Der nächste Morgen begann mit einem leckeren Frühstück und einem kleinen Kennlernspiel im Seminarraum. Nach einem kurzen Vortrag haben wir in interkulturellen Kleingruppen gearbeitet und später einen neuen Blick auf verschiedene Werte durch das „Albatrosinsel-Spiel“ bekommen. Die verschieden Workshops am ersten und zweiten Tag haben sehr interessante und lebendige Einblicke in verschiedene Kulturen und Werte gegeben und zu tollen Diskussionen angeregt. Am Dienstagabend sind wir Kegeln gegangen und hier habe ich das erste Mal intensiven Kontakt mit den Teilnehmern aus Polen gehabt, was sehr viel Spaß gemacht hat. Am Mittwoch sind wir dann nach Straßburg gefahren. Zuerst hatten wir ein bisschen Zeit die Stadt eigenständig zu erkunden und danach hatten wir eine kurze Stadtführung. Kurz darauf sind wir zum Europarat gefahren und konnten uns einen kurzen Informationsfilm ansehen. Durch die Besonderheit, dass gerade Tagungswoche war, hatten wir die Möglichkeit alles einmal live zu erleben. So hatten wir die Chance, die Diskussion eine Stunde zu verfolgen. Nach unserem Besuch in Straßburg fuhren wir zum Abendessen nach Saarbrücken.

Mein persönliches Highlight der Woche war der folgende Tag. Wir hatten die Möglichkeit in gemischten Kleingruppen an verschiedenen Themen zur Zukunft Europas zu arbeiten. Unsere Gruppe beschäftigte sich mit dem Thema Umwelt und wir erstellten einen Stop-Motion Film. Es machte sehr viel Spaß in meiner Gruppe zu arbeiten, die aus einer Griechin, einem Mädchen aus Polen und aus zwei Deutschen bestand. Wir arbeiteten toll im Team und während unserer Arbeit bekamen wir ein sehr starkes Gemeinschaftsgefühl und hatten zudem  eine Menge Spaß. So ein bereicherndes Teamwork hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht erlebt und spätestens nach der Gruppenarbeit, die tolle Ergebnisse hervorbrachte, wurde die Vorstellung unerträglich, dass am folgenden Tag unser letzter gemeinsamer Tag sein sollte. Trotzdem genossen wir natürlich den Freitag, bei dem der Besuch Luxemburgs und Schengens auf dem Plan standen. In Luxemburg  machten wir eine lustige Stadtrally und hatten trotzdem noch sehr viel Zeit, die verschiedenen Läden und die Innenstadt zu erkunden. Als wir dann nach Schengen gefahren sind, hat es leider angefangen zu regnen. Davon ließ sich aber niemand die Laune verderben und die Führung war ein voller Erfolg.

Was mir besonders gut gefallen hat war, dass wir uns mittlerweile alle auf Englisch unterhielten und die anfängliche Trennung der einzelnen Nationalitäten immer mehr in den Hintergrund rückte. Insgesamt herrschte eine sehr motivierte und vor allem positive Stimmung und die gemeinsamen Stunden vergingen wie im Flug.

Als wir am Freitag wieder in Otzenhausen ankamen und eine Feedbackrunde machten, flossen schon die ersten Tränen, denn jeder hatte die Gruppe ins Herz geschlossen. Am Abend organisierten wir dann noch eine Abschlussfeier, bei der wir zusammen tanzten, sangen, Billard, Tischkicker oder Tischtennis spielten und die letzten Stunden genossen. Als Erinnerung bekam jeder einen Stoffbeutel, auf dem alle Teilnehmer unterschrieben oder etwas malten.

Am nächsten Morgen erwachten wohl die Meisten mit gemischten Gefühlen. Auf der einen Seite waren wir natürlich sehr traurig, dass die Woche so schnell vergangen war und wir uns verabschieden mussten. Auf der anderen Seite freuten wir uns auch schon darauf, unseren Familien und Freunden von dieser tollen Erfahrung zu berichten. Natürlich war es sehr traurig, als die ersten zum Flughafen oder zur Zugstation abfuhren, aber wir hatten uns versprochen in Kontakt zu bleiben. Wir tauschten die Handynummern aus und begannen auch gleich zu chatten, als alle wieder wohlbehalten zuhause angekommen waren.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich noch nie etwas so spannendes und positives erlebt habe, wie diese Woche. Alle waren motiviert und bemüht. Wir haben einander unterstützt und zusammen gearbeitet. Aber vor allem haben wir einander besser kennengelernt und Spaß gehabt. Wir konnten von einander lernen und mich hat erstaunt, wie schnell jeder Vertrauen zueinander gefasst hat. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an die tolle Gruppe!

Ein sehr großer Teil wurde aber auch von unseren Betreuern beigetragen, die die Seminare organisiert haben und auch sonst immer für uns da waren. Unsere fünf Betreuer waren selbst noch sehr jung und so waren sie für mich ein Teil der Gruppe und keine außenstehenden Personen. Ihre kreativen Ideen haben mich wirklich beeindruckt und so wurde es nie langweilig.

Der Höhepunkt der Woche war die Gruppenarbeit am Donnerstag, aber auch ein Abend, an dem sich einige im Flur zufällig getroffen haben. Wir waren eine komplett neu gemischte Gruppe und zufälligerweise hatte ein Teilnehmer eine Gitarre dabei. So kam es, dass wir uns zusammen gesetzt haben und ein Lied gesungen haben, das wir alle kannten. Dieses Gefühl war wirklich unbeschreiblich toll.

Wenn ich noch einmal die Chance hätte, an einer Jugendbegegnung teilzunehmen, würde ich sie jeder Zeit wieder nutzen.

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