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Stimmen des EW | Annika und Tanja tragen die Hälfte des Himmels

Frauen tragen laut eines chinesischen Sprichwortes die Hälfte des Himmels – warum aber verdienen und besitzen sie wesentlich weniger als die Männer dieser Welt? Mit dieser Frage haben sich Annika van Riesen und Tanja Unger vom Gymnasium im Hoffmann-von-Fallersleben-Schulzentrum Lütjenburg beim 63. Europäischen Wettbewerb beschäftigt. Mit ihrer fundiert recherchierten Textarbeit, die sie als Rede konzipiert haben, haben sie bereits zum zweiten Mal die Jury überzeugt,  im Juni waren sie deshalb auf Einladung der Kanzlerin in Berlin zu Gast. Die beiden Schülerinnen haben durch ihre Wettbewerbsteilnahme viel gelernt – davon berichten sie uns selbst:

Unger van Riesen„Unsere Rede befasst sich mit den wirtschaftlichen Aspekten und der Gleichberechtigung der Frau am Arbeitsplatz. Insgesamt arbeiten mehr Männer in Führungspositionen als Frauen. Wir haben uns gefragt, warum das so ist. Manuela Schwesig, die Bundesfrauenministerin, stellte 2015 ein Gesetz vor, welches die Frauenquote in börsenorientierten Unternehmen vorschreiben soll. Demnach sollten mindestens 30 % der Sitze in Aufsichtsräten von Frauen besetzt sein.

Außerdem haben wir uns mit der Gender Pay Gap, also der geschlechtsspezifischen Lohnlücke beschäftigt. Das bedeutet, dass Männer im Gegensatz zu Frauen bei gleichwertiger Leistung mehr verdienen. Diesen Unterschied macht der Equal Pay Day (19. März) deutlich: Bis zu diesem Tag erhalten Frauen symbolisch keinen Lohn.

In anderen europäischen Staaten geschieht zum Teil geschlechtsspezifische Abtreibung, die zum Genderzid führt. Das heißt, dass z. B. Eltern in ländlichen Regionen gerne einen Jungen als Nachwuchs haben möchten, damit dieser Stärke beweisen kann und den Hof übernimmt. Doch sobald die Mütter feststellen, dass ihr Kind ein Mädchen wird, leiten sie die Abtreibung ein. Nach und nach gibt es dann immer weniger Mädchen und Frauen in dem Land. Dieser Prozess ist verboten und verdeutlicht die starke Ungleichberechtigung von Frauen und Männern bzw. von Mädchen und Jungen. Auch das Wahlrecht für Frauen gibt es erst seit 100 Jahren.

Wir haben festgestellt, dass Frauen wichtig für die Wirtschaft sind und dass sie sich nicht unterdrücken lassen sollten. Immerhin tragen sie die Hälfte des Himmels!

Wir haben bereits zum zweiten Mal am Europäischen Wettbewerb teilgenommen und, wie im letzten Jahr, bei der Recherche viel dazugelernt. Sie ist immer sehr umfangreich und nur kleinste Teile finden sich in der endgültigen Rede wieder.

Im Juni durften wir aufgrund des Preisträgertreffens einige andere TeilnehmerInnen kennenlernen und haben drei ereignisreiche Tage in Berlin verbracht. Vielen Dank für diese Möglichkeit!“

Zu der Textarbeit von Annika und Tanja:

Unger & van Riesen

Hier findet ihr alle „Stimmen des EW“. Ihr möchtet auch erzählen, wie ihr euren Wettbewerbsbeitrag erstellt habt oder was ihr dank des Europäischen Wettbewerbs erlebt habt? Schreibt an team@ew2016.de!

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