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Stimmen des EW | Nina und die Geschichte der Frauen

Nina Grabach (19 Jahre) war anfangs, als in der Gustav-von-Schlör-Schule die Teilnahme am Europäischer Wettbewerb auf der Tagesordnung stand, alles andere als begeistert. Eines der Themen hat sie dann aber doch interessiert: „Frauen tragen die Hälfte des Himmels“. Aus ihrer Recherche über die Rolle der Frau im Laufe der Jahrhunderte ist nicht nur ein beeindruckendes Bild entstanden, Nina hat sich auch selbst ein fundiertes Wissen erarbeitet:

Nina Grabach„Im Laufe der Geschichte hatten es viele Frauen schwer – von der Antike, dem Mittelalter, der Neuzeit, der Industrialisierung, dem 20. Jahrhundert bis heute. Die erste Dame ganz links in meinem Bild symbolisiert die Antike – sie ist eine von zwei Frauenfiguren, die sich auf eine direkte Person beziehen.

Hypatia von Alexandria war eine Philosophin, Mathematikerin und Astronomin der späten Antike und damit eine Ausnahme ihrer Zeit. Im Mittelalter waren Frauen die Ärztinnen, Hebammen und Heilpraktikerinnen schlechthin. Sie wussten viel über Heilkräuter, hatten außerdem noch das Recht auf die alleinige Erziehung ihrer Kinder und leiteten in Abwesenheit ihrer Ehemänner den Hof.

Die frühe Neuzeit, die durch die liegende Frau dargestellt wird, schien die wenigen positiven Aspekte der Frauenrolle früherer Zeiten wieder vollständig zu verschleiern. Züchtigkeit, Gehorsamkeit und Kindererziehung war das Einzige, was damals wichtig war. Mit der Industrialisierung, der nähenden Frau in der Mitte, änderte sich das aber wieder – die Wirtschaft florierte und Arbeitskräfte wurden gebraucht.  Mit der Frauenbewegung starteten Frauen einen Versuch, sich mehr Rechte zu erkämpfen, besonders forderten sie mehr Lohn, denn damals verdienten die hart arbeitenden Frauen nicht annähernd so viel wie Männer. Außerdem waren es auch jene Frauen, die nach dem Krieg den zerstreuten Schutt Europas wieder aufbauten und als Trümmerfrauen in die Geschichte eingingen.

02_4-1_GrabachZusammen mit dem 20. Jahrhundert, einem Jahrhundert, in dem Frauen in die Arbeitswelt integriert wurden und sich mehr denn je zuvor entfalten durften, bedecken diese beiden Figuren die frühe Neuzeit und den Schutt vorhergegangener Konflikte. Heutzutage ist es normal, dass Frauen arbeiten und rechtlich dem Mann gleichgestellt sind. Die letzte Dame auf dem Bild ist die zweite „real existierende Person“, meine Mutter, eine Person, die sämtliche Stärken aller Frauen auf dem Bild vereint.

Mein Bild zeigt wie schwierig es sein kann, eine heute so selbstverständliche Sache wie die Gleichberechtigung zu erlangen. Wenn ich eines bei der Teilnahme am Europäischen Wettbewerb gelernt habe, dann nicht nur, wie man am besten einen Sternenhimmel mit Aquarell malt, sondern wie vielfältig die Rolle der Frau war. In Europa ist die Gleichberechtigung der Frau durch erkämpfte Grundrechte mittlerweile absolut normal, aber dennoch sollten wir dankbar für diesen Umstand sein.“

Zu Ninas Bild mit dem Titel: Antike, Mittelalter, Neuzeit, Industrialisierung, 20. Jahrhundert und 21. Jahrhundert – Frauen leben, leiden und arbeiten schon seit Jahrhunderten.

 

Hier findet ihr alle „Stimmen des EW“. Ihr möchtet auch erzählen, wie ihr euren Wettbewerbsbeitrag erstellt habt oder was ihr dank des Europäischen Wettbewerbs erlebt habt? Schreibt an team@ew2016.de!

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