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Stimmen des EW | Sandra geht mutig durchs Leben

Mut ist ein kleines Stück vom ganz großen Glück, Mut muss keine große Geste sein, sondern beginnt in mir ganz klein“, dichtete die zwölfjährige Sandra Fuhrmann aus Emden in ihrer Textarbeit für den 63. Europäischen Wettbewerb. Die junge Autorin verknüpfte sprachlich und inhaltlich beeindruckend die privaten „Mut-Geschichten“ ihrer 79jährigen Oma mit weltpolitischen Ereignissen, die ebenfalls Mut erfordern: „Was wäre Europa ohne die Menschen, die täglich Mut beweisen, die in Europa einen Neuanfang wagen, die sich von Terror nicht einschüchtern lassen, die für unsere Zukunft kämpfen, die an alle Menschen in Europa denken, die sich nicht von der Meinung der Mehrheit beeinflussen lassen? Zu diesen Menschen möchte auch ich gehören! Europa ist nur eins, wenn es Mut und Respekt gegenüber allen Menschen zeigt und nicht wegschaut, wenn Hilfe nötig ist.“ Sandras Appell wurde von der Bundesjury mit dem Pokal für die „Beste Arbeit der Kategorie Text“ ausgezeichnet. Hier berichtet sie, wie die beeindruckende Arbeit entstand:

Sandra Fuhrmann_ZugeschnittenAlles begann an einem verregneten Herbsttag in Ostfriesland. Ich, Sandra Fuhrmann (damals 12 Jahre alt), saß vor dem Computer und schaute mir die Themen und die Aufgabenstellungen zum 63. Europäischen Wettbewerb an. Mir fiel sofort das Modul 2.3 „Ab heute bin ich mutig“ auf, das auch für meine Altersklasse zugeteilt war.

Ich überlegte, was das Wort „Mut“ bedeutet und was man damit verbindet. Ganz schnell fielen mir ein paar Beispiele ein und und ich entschloss mich, einen Text zu diesem Thema auszuarbeiten.

Mehrere Wochen lang kreisten Ideen in meinem Kopf herum, bis ich mich entschied, mit einem Gedicht über „Mut“ mein Werk zu beginnen und dann darauf basierend einige Geschichten zu schreiben. Inspiriert hat mich dabei meine Oma Käthe, die mir, als ich so ungefähr 8-9 Jahre alt war, viel aus ihrer Kindheit und ihren Erlebnissen während des 2. Weltkrieges erzählt hatte. Da sie nun seit einigen Jahren erkrankt ist, wollte ich ihre Erinnerungen durch meine Aufzeichnungen aufrecht erhalten und so entstanden die unterschiedlichen Geschichten.

Es sollten aber nicht nur Geschichten und Erlebnisse meiner Oma Käthe sein, sondern ich wollte das Thema Mut auch auf Deutschland, mit der Problematik der Berliner Mauer  und auf Europa, mit der Flüchtlingskrise, beziehen. Es folgten viele Wochen mit Schreiben, Textänderungen, Ergänzungen und mit der Suche nach passenden Bildern.

Anfang Februar schickte ich meine Arbeit zur Auswertung zur Landesvertretung. Wie meine Arbeit beurteilt oder gewertet werden würde, konnte ich nicht erahnen und daher war ich überglücklich, aber auch überrascht, als ich im April mein positives Ergebnis im Internet erblickte.

09_2-3_Fuhrmann_BeitragsbildBesonders wichtig war mir das Thema Mut in unterschiedlicher Weise, jedoch besonders im Hinblick auf die aktuelle Lage in Europa, darzustellen. In der heutigen Zeit, wo die Menschen oft  gegen Terror und Hass kämpfen müssen, ist Mut zu zeigen noch viel wichtiger geworden. Ich wollte mit meiner Arbeit ausdrücken, dass „Mut“ schon im privaten Umfeld beginnt und mit dem ganz großen Zusammenhalt in Europa und der Welt endet.  Trotz vieler unterschiedlicher Meinungen innerhalb Europas haben doch alle nur ein gemeinsames Ziel: In Frieden leben und dort, wo es notwendig ist, zu helfen.

Zu den schönsten Momenten des Wettbewerbs zählen für mich, als mein Schulleiter mir den Pokal mit der Urkunde für die beste Textarbeit zu dem Thema „Ab heute bin ich mutig“ von der Bundesjury aushändigte und ich im Landtag von Hannover für  meine Leistung geehrt wurde. Auch das Interesse der heimischen Presse an meiner Arbeit war groß und für mich ein Erlebnis, als ich in der Schule zum Pressetermin geladen wurde. Nun plant die Theater-AG unserer Schule meine Arbeit in naher Zukunft als Theaterstück aufzuführen.

Ich habe gelernt und erfahren, dass „Mut“ mich mein ganzes Leben lang begleiten wird und für die Menschheit und das Zusammenleben unendlich wichtig ist.“

Zu Sandras Textarbeit: „Mutig durchs Leben“:

Sandra Fuhrmann

Hier findet ihr alle „Stimmen des EW“. Ihr möchtet auch erzählen, wie ihr euren Wettbewerbsbeitrag erstellt habt oder was ihr dank des Europäischen Wettbewerbs erlebt habt? Schreibt an team@ew2016.de!

 

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