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Zwischen Street Art und (Europa-)Politik | Besuchsprogramm des Bundestages

Vier spannende Tage in der Hauptstadt durften 24 Preisträgerinnen und Preisträger des 64. Europäischen Wettbewerbs verleben – der Bundestagspräsident persönlich hatte sie dazu eingeladen. Aus ganz Deutschland reisten die 17- bis 22-jährigen Schülerinnen und Schüler an, einige waren zum allerersten Mal in Berlin, alle waren aufgeregt. Im Besucherzentrum des Paul-Löbe-Hauses wurden sie begrüßt von Dr. Rolf Lohmann, dem Leiter des Besucherdienstes, und Bernd Hüttemann, dem Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland e.V., die den Europäischen Wettbewerb seit 1953 durchführt.

Im Anschluss ging es ums gegenseitige Kennenlernen – mit europabezogenen Spielen (Welche Hauptstadt gehört zu meinem EU-Land?) und gegenseitigen Interviews lockerte sich die Stimmung schnell auf und die Schülerinnen und Schüler knüpften erste Kontakte. In großer Runde stellten sie ihre Wettbewerbsarbeiten vor. Viele hatten berührende Werke mit Geflüchteten eingereicht, andere sich mit Europas kulturellem Erbe befasst, wieder andere im Reformationsjahr hoch politische „Thesen“ an die EU gerichtet. Allen Schülerinnen und Schülern war gemeinsam, dass sie erst durch das eigenständige Recherchieren beim Europäischen Wettbewerb die Komplexität und die Einzigartigkeit der EU verstanden hatten und dass sie sich weniger nationalen Eigensinn und mehr europäische Solidarität und Zusammenarbeit wünschen.

In den darauffolgenden Tagen hatten die Jugendlichen ausreichend Gelegenheit, ihr politisches und kreatives Talent unter Beweis zu stellen. Am Mittwoch ging es zunächst in den Deutschen Dom am Gendarmenmarkt, wo die Schülerinnen und Schüler am Rollenspiel „Plenarsitzung“ und einer Führung durch die Ausstellung „Die parlamentarische Demokratie in Deutschland“ teilnahmen. Im Anschluss erhielten sie eine exklusive Führung mit dem Schwerpunkt auf Kunst und Architektur im Reichstagsgebäude. Am Nachmittag begaben sie sich in drei Gruppen auf Spurensuche in der Bundeshauptstadt: Eine Gruppe besichtigte die „Weltstadt Kreuzberg“ mit Fokus auf Einwanderung und Integration, eine Gruppe besuchte das Museum für europäische Kulturen und eine weitere erforschte Street Art in Kreuzberg. Auch der Abend stand im Zeichen kultureller Vielfalt: Im Heimathafen Neukölln wurde eine Live-Graphic-Novel über Menschenhandel besucht.

Der Donnerstag begann interaktiv – mit Workshops zu Beteiligungsmöglichkeiten für junge Menschen in der EU. Der Verein Citizens of Europe e.V. und die Schwarzkopf Stiftung – Junges Europa luden die Preisträgerinnen und Preisträger ein, sich über ihre Arbeit zu informieren und zugleich Methoden ihrer europäischen Bildungsarbeit an Schulen kennenzulernen. Schnell wurde klar: Hier läuft es anders als in der Schule! Die Schülerinnen und Schüler liefen durch Höfe, Räume oder über Dachterrassen, um zeitgeschichtliche Ereignisse oder Meinungen zur EU abzubilden, bastelten mit kreativen Schulungsmaterialien und engagierten sich in heißen Diskussionen über europäische Politik.

Am Nachmittag lernten die Schülerinnen und Schüler dann noch zwei wichtige Institutionen der deutschen Europapolitik kennen: das Europäische Haus, in dem die deutsche Vertretung der Europäischen Kommission und das Informationsbüro des Europäischen Parlaments zuhause sind, und den Europaauschuss des Bundestages.

Am Freitag wurden die zahlreichen Eindrücke in der Gruppe besprochen und ausgewertet. Anstrengend waren die Tage, aber unglaublich inspirierend und motivierend, darin waren sich die Preisträgerinnen und Preisträger einig. Sie alle, das ist wohl sicher, werden sich auch künftig für die europäische Idee engagieren.

 

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