Mehr

Latest news: „Denk mal – worauf baut Europa?“ – hier entlang zu den Themen des 65. Europäischen Wettbewerbs

Newsletter 7/2014

EBD_14_Newsletterkopf_01b.indd

Liebe Leserinnen und Leser,

Europas Krisen waren viele Jahre vor allem interne Krisen – die Finanzkrise, Jugendarbeitslosigkeit, antieuropäische Tendenzen in der Bevölkerung. Doch während sich Parlament, Rat und Kommission nach der Europawahl noch neu konstituieren, brennen am Rande der EU gefährliche Konflikte lichterloh. In der Ukraine und in Nahost herrscht Krieg – das kann und darf die EU nicht ignorieren.

Die Europäische Union ist international mehr denn je gefragt als Raum und Maßstab für Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit – trauriger Beweis dafür sind zehntausende Flüchtlinge, die verzweifelt versuchen, den Kontinent zu erreichen. Weltweit werden Stimmen lauter, die sich die Europäische Union als stärkeren, handlungsfähigeren Akteur in internationalen Konflikten und Krisen wünschen.

Auch wenn die EU noch zögert, sich außenpolitisch stärker aufzustellen, ist sie sich doch ihrer gewachsenen internationalen Verantwortung bewusst. Wussten Sie, dass die EU weltweit größter Geber von Entwicklungshilfe ist? Kennen Sie das in den letzten Jahren reformierte und stark erweiterte Konzept europäischer Entwicklungshilfe? Nein? Keine Sorge – Aufklärung naht!Die EU-Kommission hat kürzlich das Jahr 2015 zum Europäischen Jahr der Entwicklung ernannt. Eine gute Gelegenheit, über den deutschen und den europäischen Tellerrand hinauszuschauen und mit Kindern und Jugendlichen über Europas Verantwortung für die Welt zu sprechen. Einige Anregungen dafür finden Sie in diesem Newsletter.

Mit besten Grüßen

RTEmagicC_Unterschrift_Hartmann_03.jpg

 

 

Janin Hartmann
Projektleiterin Europäischer Wettbewerb

Europa in der Welt

Die Europäische Union leistet seit 1957 Entwicklungshilfe, ist weltweit größter Geber öffentlicher Entwicklungshilfe und möchte mit Hilfe des Europäischen Jahres 2015 eine breite Debatte über europäische Entwicklungszusammenarbeit initiieren. In den letzten Jahren wurden in der „Agenda für den Wandel“ und in der Mitteilung „Ein lebenswürdiges Leben für alle“ Reformvorhaben und Ziele für die europäische Entwicklungsarbeit definiert, die deutlich über reine Hilfsleistungen hinausgehen.

Neben der Bekämpfung von Armut und Hunger, medizinischer Versorgung und Zugang zu Bildung geht es auch um die wachsende soziale Ungleichheit in vielen Gesellschaften, um Menschenrechte und Demokratie und um einen nachhaltigen Umgang mit Klima und Natur, mit Landwirtschaft, Konsum und globaler Ökonomie. Viele große Themenbereiche also, die im Europäischen Jahr 2015 unter dem Motto „Unsere Welt, unsere Würde, unsere Zukunft“ gebündelt werden.

Insbesondere junge Europäer sollen für das Thema Entwicklung sensibilisiert werden. Dabei ist die EU auf aktive Mitarbeit von Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und anderer zivilgesellschaftlicher Akteure angewiesen – sie können 2015 Förderungen für Informationskampagnen, Wettbewerbe oder Veranstaltungen beantragen. Bereits in diesem Jahr hat die Bundesregierung ein Onlineportal geschaltet, auf dem sowohl Veranstaltungen zum Themenbereich Entwicklung, als auch Impulse für eine deutsche Zukunftscharta gebündelt werden. Am 24. November wird diese Zukunftscharta auf dem EINEWELT-Zukunftskongress der Kanzlerin übergeben – und damit das Europäische Jahr der Entwicklung offiziell eröffnet.

Europa hilft – hilft Europa?

RTEmagicC_4r.jpgDeutschlands ältester Schülerwettbewerb, der Europäische Wettbewerb, bietet im kommenden Schuljahr 2014/15 vielfältige und altersgerecht ausdifferenzierte Möglichkeiten, mit Schülern zum Thema Entwicklung kreativ zu arbeiten. Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen und Schulformen sind eingeladen, sich unter dem Motto „Europa hilft – hilft Europa?“ nicht nur kreativ, sondern auch kritisch mit europäischer Entwicklungshilfe und Europas Verantwortung für die Welt auseinanderzusetzen.

Die Aufgaben sind so vielfältig wie das Thema Entwicklung: Es geht um Tier- und Naturschutz, um Nachhaltigkeit in Produktion und Konsum, um Asyl- und Flüchtlingspolitik, um Bildung und Armut und im Rahmen der Sonderaufgabe um ein bedrückend aktuelles Thema: Krieg und Frieden in Europa.

Der Fantasie der Schüler sind dabei keine Grenzen gesetzt – von Bildern über Fotos und Filme, Bücher, Texte, Interviews, Comics, Musik, Medienkampagnen und Onlinebeiträgen ist alles willkommen. Ein Thema pro Altersgruppe kann in Zusammenarbeit mit Schulklassen aus dem europäischen Ausland bearbeitet werden – dank der Kooperation mit der Online-Lernplattform eTwinning. Lehrkräften stehen für die Arbeit im Unterricht kostenlose Arbeitsmaterialien zum Themenbereich Entwicklung zur Verfügung.

Das Europäische Jugendparlament

Das Europäische Parlament hat bei der diesjährigen Europawahl auch dank des neuen Spitzenkandidatensystems gegenüber Kommission und Rat deutlich an Macht gewonnen – und damit auch die Stimme der europäischen Bürger. Der Funke des engagierten und streitbaren internationalen und interfraktionellen Parlamentes scheint auf die Bürgerinnen und Bürger übergesprungen zu sein.

RTEmagicC_EYP-Logo_01.jpg

©EYP/Schwarzkopf-Stiftung

Schülerinnen und Schüler ab 16 Jahren haben die Möglichkeit, diese faszinierende politische Arbeit in einem Simulationsspiel selbst zu erleben – dank des Europäischen Jugendparlamentes. In einem mehrtägigen Programm erleben die Schüler sowohl die Arbeit in Ausschüssen, als auch die Plenardebatten – und zwar nicht passiv, sondern aktiv in der Rolle eines Abgeordneten. Ergänzt wird das Programm durch schulische Weiterbildung, durch Teambuilding- und Kommunikationskurse sowie ein soziales und kulturelles Rahmenprogramm.

Wer die regionalen und nationalen Auswahlprozesse erfolgreich besteht, hat die Chance, an den Sitzungen des European Youth Parliament teilzunehmen. Die nächste findet statt vom 10. bis 18. August 2014 in Thessaloniki.

Hauptstadt der Jugend

Thessaloniki – das ist auch die Hauptstadt der europäischen Jugend 2014, die European Youth Capital. Dieser Titel wird in jedem Jahr einer anderen europäischen Stadt verliehen, die dann ein Jahr lang die Möglichkeit hat, durch ein facettenreiches Programm auf ihre kulturelle, soziale, politische und wirtschaftliche Vielfalt und Entwicklung im Jugendbereich aufmerksam zu machen. Vom Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarats unterstützt, zielt die Initiative auf die Stärkung der Beziehungen zwischen den europäischen Institutionen und der lokalen Ebene durch die Förderung der Jugendbeteiligung vor Ort ab. Der Titel „European Youth Capital“ soll Ressentiments gegenüber Europa abbauen und den Städten ermöglichen, als Vorbild für die Weiterentwicklung jugendpolitischer Initiativen wahrgenommen zu werden. Auf nach Thessaloniki!

Gemeinsam anpacken!

Für alle Jugendlichen, die es in diesem Sommer nicht nach Griechenland schaffen, aber trotzdem den europäischen Geist in einem interkulturellen Projekt spüren wollen, bietet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in ganz Europa Workcamps zur Erhaltung von Kriegsgräber- und Gedenkstätten an. Sie sollen als Mahnmale für den Frieden erhalten werden. Die Arbeit für den Frieden bedeutet gleichzeitig, die Verständigung und den Austausch zwischen Menschen zu fördern. Deshalb sind die Workcamps auch Orte der Begegnung, an denen sich Jugendliche aus ganz Europa kennen lernen und gemeinsam ihre Sicht auf die Welt erweitern können. Teilnehmen können Jugendliche im Alter zwischen 12 und 26 Jahren. Die Jugendlichen arbeiten etwa 20 Stunden in der Woche – die restliche Zeit bleibt für Begegnungen mit Menschen des Gastlandes, Ausflüge in die nähere Umgebung, Besichtigungen und andere gemeinsame Aktivitäten. Jetzt noch schnell mitmachen – es sind noch einige Plätze frei!

Reisestipendien – Europa entdecken!

Europa auf eigene Faust kennenlernen – diese Erfahrung unterstützt die Schwarzkopf Stiftung Junges Europa mit ihren Reisestipendien. Junge Europäer erhalten so die Gelegenheit, ihren europäischen Nachbarn zu begegnen und sich während der Reise mit aktuellen kulturellen oder politischen Entwicklungen des Gastlandes auseinanderzusetzen. Die Schwarzkopf-Stiftung fördert jährlich mit 20 Reisestipendien in Höhe von 550 Euro Jugendliche zwischen 18 und 26 Jahren und vergibt zusätzlich 20 InterRail GlobalPässe. Bedingung ist, dass die Reisen unter einem vorher bestimmten Thema zu aktuellen kulturellen oder politischen Entwicklungen im Kontext der europäischen Integration durchgeführt und allein organisiert werden. Bewerbungsschluss ist der 1. September. Nähere Informationen gibt es hier.

Europe at School

Auch der Europäische Wettbewerb ermöglicht Schülerinnen und Schülern spannende Reisen und Begegnungen mit Jugendlichen aus dem europäischen Ausland. Die Kanzlerin und der Bundestagspräsident laden jedes Jahr insgesamt 80 Preisträgerinnen und Preisträger nach Berlin ein. Den Schülern wird ein abwechslungsreiches kulturelles und politisches Programm in der Hauptstadt geboten, sie entdecken die europäische Dimension in kulturellen und sozialen Initiativen vor Ort und haben die Gelegenheit, mit Bundestagsabgeordneten ins Gespräch zu kommen. Etwa 40 Preisträgerinnen und Preisträger werden jedes Jahr nach Straßburg und Brüssel eingeladen. Sie besuchen die europäischen Institutionen, nehmen an politischen Terminen teil und entdecken die kulturellen Attraktionen vor Ort.

Die wertvollsten Reisepreise des Europäischen Wettbewerbs sind jedoch die einwöchigen internationalen Preisträgerbegegnungen. Früher existierte der Europäische Wettbewerb in 30 europäischen Ländern, das internationale Netzwerk Europe at School organisierte jedes Jahr zahlreiche internationale Preisträgerbegegnungen in ganz Europa. Heute richten noch die Europäischen Akademien in Bad Marienberg und Otzenhausen interkulturelle Seminare aus. Die Europäische Bewegung Deutschland setzt sich dafür ein, das internationale Bildungsnetzwerk wieder zu stärken.

Die Jungen Europäischen Föderalisten

Die  Jungen Europäischen Föderalisten e.V. sind eine politische, aber überparteiliche Jugendorganisation, die sich für ein demokratisches, bürgernahes, nachhaltiges, solidarisches, föderales und friedliches Europa einsetzt. Mehr als 3.200 deutsche JEF-Mitglieder mischen sich aktiv ein, beziehen Position –  und das oft mit provokativen und öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Die Bildungsarbeit bildet einen zweiten Schwerpunkt der JEF – in Seminaren und Podiumsdiskussionen bieten sie jungen Menschen Raum für intensive Debatten zu aktuellen europäischen Themen. Die internationale Dimension darf dabei natürlich nie fehlen – in über 30 Staaten Europas gibt es Sektionen der Jungen Europäischen Föderalisten, insgesamt sind in der JEF über 25.000 junge Europäer vernetzt.

RTEmagicC_EBD_VOR_Linn_Selle.jpg

©EBD/K.Neuhauser

Ein beeindruckendes Beispiel für das hohe Maß an politischem Wissen und persönlichem Engagement der JEFler ist die Bundessekretärin Linn Selle. Mit ihren 27 Jahren ist sie nicht nur die „politische Stimme“ der deutschen JEF, sondern zugleich Promovendin der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder). Für ihr großes ehrenamtliches Engagement und ihre medienwirksame Kampagne zum Spitzenkandidaten-Duell im öffentlichen Rundfunk im Vorfeld der Europawahl wurde sie als jüngste Preisträgerin mit dem „Preis Frauen Europas“ der Europäischen Bewegung Deutschland ausgezeichnet.

Jugendpolitik in Europa – Publikation des DBJR

Im Deutschen Bundesjugendring sind fast 6 Millionen Jugendliche demokratisch organisiert. Der DBJR versteht sich als Sprachrohr und Interessenvertretung der vielfältigen Belange von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. Er setzt sich ein für eine Jugendpolitik, die von Jugendlichen mitgestaltet und nicht an ihren Bedürfnissen vorbei reguliert wird – und das betrifft natürlich auch die europäische Jugendpolitik.

In ihrer Publikationsreihe Jugendpolitik ist im Juli 2014 die erste Ausgabe mit dem Schwerpunkt Europa erschienen. In zahlreichen Beiträgen werden Themen mit europäischer Dimension diskutiert, die jungen Menschen momentan unter den Nägeln brennen – wie die Umsetzung der Jugendgarantie, erstarkender Nationalismus, europäische Flüchtlingspolitik und die immer stärker werdende Verzweckung junger Menschen und deren fehlende Freiräume. Lesen lohnt sich!

Impressum

Der nächste Newsletter Europa in der Schule erscheint im Oktoker 2014. Bis dahin können Sie uns über Facebook und Twitter folgen!

Europäische Bewegung Deutschland e.V.

Geschäftsstelle Europäischer Wettbewerb
Sophienstr. 28/29
D-10178 Berlin
Fon: +49-30-3036201-70
team@ew2014.de

www.netzwerk-ebd.de

www.ew2014.de