Kommentar der Jury:

Der Schüler fordert uns mit seiner dreiteiligen Plakatfolge auf, sich einer europa- oder weltweiten Protestbewegung gegen Umweltverschmutzung anzuschließen.

Er zeigt uns drei großformatige Hochglanzfotos von Idyllen: eine weit ausgebreitete Alpenlandschaft mit einem See, in dem sich die Berge spiegeln, ein Gewässer mit bewaldetem Ufer und einen baumumstandenen Bach, an dessen kühlem Ufer der Wanderer gerne rasten möchte…… Einladende Fotos aus einem Reiseprospekt, würde da nicht der See als kupfergelbe Hand in die Bergwälder greifen, würde das Gewässer sich nicht als kupferfarbene Fläche unbekannter Beschaffenheit ausbreiten, und würde die gleiche Farbe nicht davor zurückschrecken lassen, die heißen Füße in diesem Bach zu kühlen.

„Idyll?“ fragt jeweils ein transparenter Schriftzug in nüchterner Groteskschrift. Und unten rechts ist ein helles Textfeld eingfügt, in dem aufgefordert wird, am 17. Juli in jeder Hauptstadt gegen die Umweltverschmutzung zu demonstrieren. [….in every capital city. Flashmob against pollution….]

Seine Gestaltung greift da an, wo es weh tut: Perfekt und etwas klischeehaft fotografierte, „freie“ Natur wird durch gezielte Perversion der Farbe, einen relativ einfach zu bewerkstelligenden Vorgang in der elektronischen Bildbearbeitung, in einen Anblick verwandelt, der hinsehen lässt und dann Erschrecken, vielleicht auch Ekel aufkommen lässt. Dieser Verfremdungseffekt verbildlicht ein „Was-wäre-wenn“ auf eindringliche Art, wobei dieses Stilmittel durch die glatte Ästhetik der Gestaltung noch gesteigert wird. Die allbekannten schmierigen Ölfässer am Ufer eines Sees haben sehr viel mehr malerischen Oberflächenreiz als die opake Kupferfarbe, die jeden Gedanken an klares, reines Quellwasser zerstört.

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