2021 4-2 Europäische Kunst vermitteln

Pinsel und Leinwand, Stift und Papier, Theater- und Konzertsaal waren gestern? Die digitale Welt eröffnet den Künsten neue Gestaltungsmöglichkeiten. Zeigen Sie neue Zugänge zu europäischen Kunstwerken, zu Literatur und Musik vergangener Jahrhunderte.

Prämierte Beiträge:

Nele Mainzinger

Nele Mainzinger, 18 Jahre, Freie Schule Rerik, Integrierte Gesamtschule 

Vanessa Krauss

Europäische Kunst vermitteln / Vanessa Krauss Die Arbeit ist Teil eines Leistungskursprojekts zum Wettbewerbsthema „Europäische Kunst vermitteln“. Im Kunst-LK der Q1 haben wir in der Nextcloud der Schule Materialsammlungen zu Bildtraditionen der Kunst angelegt. Jede/r Schüler/in hat zu einer Bildtradition ein Themenplakat erstellt, auf dem erläutert wird, wie das Thema in verschiedenen Epochen der Kunst dargestellt wird. Bildtraditionen wandeln sich im Lauf der Zeit, zugleich bleibt oft ein Kern der Symbolik erhalten. Die Themenplakate stellen daher eine Auswahl von einigen Werken zum gleichen Thema, aber aus verschiedenen Stilepochen der Kunst vor und illustrieren damit den Wandel der Auffassung einer Bildtradition im Lauf der Geschichte. Im Anschluss an die Recherche hat jede/r Schülerin ein eigenes Werk zu der gewählten Bildtradition gestaltet und damit eine persönliche oder aktualisierte Version des Themas geschaffen. Die Idee war, die Nextcloud-Ordner mit den Materialsammlungen und den eigenen Werken für interessierte Besucher freizugeben, denen auf diesem Weg die Bildtraditionen anschaulich und kreativ vermittelt werden. Wegen der derzeitigen Überlastung des hessischen Schulportals mit Funktionseinschränkung der Nextcloud kann dieser Schritt erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Wir reichen daher zum Wettbewerb die Themenplakate, die eigenen Werke und das hier dargelegte Kunst-Vermittlungskonzept ein. Bei meiner Arbeit geht es um Spielkarten in der Kunst. Häufig sind sie ein Symbol für Betrug und Hinterhalt, wie in den Gemälden „Die Falschspieler“ von Michelangelo Merisi da Caravaggio (um 1594) oder „Der Falschspieler mit dem Caro-Ass“ von Georges de la Tour (1630). In barocken Stillleben zählen Spielkarten zu den Vanitas-Symbolen. Sie stellen das flüchtige Glück dar und wie alle Vanitas-Symbole die Vergänglichkeit jeden Genusses. In dem Bild „Bauernrauferei beim Kartenspiel“ von Adriaen Brouwer (1630-1640) sind die Spielkarten als Symbol des begehrten Sieges Anlass zum Streit. Eine moderne Variante der Falschspieler ist die Installation „Die Frau ohne Unterleib“ von Rosemarie Trockel (1988), ein Werk der feministischen Kunst. Durch eine transparente Kopie des genannten Gemäldes von de la Tour sieht man den Unterkörper einer Frau aus Wachs auf einem Holzgestell. Das Werk verweist auf vielerlei Weise auf Betrug und Täuschung, nicht nur durch das Gemälde-Zitat, sondern auch durch die Assoziationen zu dem gleichnamigen Zaubertrick „Frau ohne Unterleib“, bei dem eine Frau scheinbar durchgesägt wird (doch in Trockels Werk sieht man ja gerade den Unterleib). Letztlich geht es um den fortgesetzten Betrug an der Frau, die ihrer Identität beraubt und zum Objekt degradiert wird. Für mein eigenes Werk habe ich eine Spielkarten-Serie entworfen. Bei der Gestaltung habe ich viele historische Gemälde zitiert. Meine Arbeit soll zeigen, dass Spielkarten nicht nur in der Kunst als Symbole fungieren, sondern selbst auch Kunstwerke sein können.

Maya LIlith Krämer

 Maya LIlith Krämer, 18 Jahre, Karl-Theodor-von-Dalberg-Gymnasium Aschaffenburg

Antonia Köppl

Antonia Köppl, 20 Jahre, Gustav-von-Schlör-Schule Staatliche Fachoberschule Weiden

Lea Jane Hüttner

Lea Jane Hüttner, 19 Jahre, Staatliche Integrierte Gesamtschule Gera

Klara Holzer

Klara Holzer, 16 Jahre, Albert-Einstein-Gymnasium