Hanna Kim (14 Jahre)
Georg-Büchner-Schule Rodgau, Hessen
Die Arbeit erhielt von der Bundesjury die Auszeichnung „Beste Arbeit“ in der Kategorie Text (Aufgabe 3-2).
Kommentar der Bundesjury: „Fröhlichen Hitler Tag“ – mit diesen Worten beginnt Hannah Kim, 14 Jahre alt und Schülerin der Georg-Büchner-Schule, ihre Geschichte „wir sind nicht machtlos“ und wirft den unvorbereiteten Lesenden in ihre Dystopie. Durch die Ich-Erzählerin Katharina werden wir mitgenommen in ein Deutschland, in dem der „Hitler-Tag“ mit Geschenken begangen wird, in dem freie Meinungsäußerung unter Strafe steht und in dem Menschen einander nicht vertrauen können. Hannah zeigt uns dieses erschreckende Szenario in einer lebendigen, stilistisch hervorragenden Geschichte. Ihre in der Diktatur aufgewachsene Protagonistin Katharina erfährt durch das Tagebuch ihrer Uroma, die Wahrheit über die Zeit vor der Diktatur. Für Katharinas Uroma war freie Meinungsäußerung normal, bis die Deutschen auch in den Niederlanden die Macht übernahmen, die Diktatur zur Normalität wurde und Deutschland durch den Einsatz der Atombombe den Krieg gewann. Das neu erlangte Wissen rüttelt die Hauptfigur wach, sodass sie Freunde überzeugt, sich ihr anzuschließen und trotz all der drohenden Gefahren das System der Unterdrückung, der Angst und der Kontrolle anzuprangern und die ehemals geltenden Menschenrechte öffentlich zurückzufordern. In Anlehnung an die Widerstandsbewegung „Weiße Rose“ druckt die Gruppe um die Protagonistin Flugblätter, die die Wahrheit über die Diktatur und die Vergangenheit verbreiten sollen und entrinnt am Ende nur knapp der Entdeckung. Die Autorin zeigt anschaulich, wie man „zusammen mutig“ sein und gemeinsam etwas bewegen kann. Eine herausragende Leistung!

