Julia Johanne Specht (15 Jahre)
Hans-Geiger-Gymnasium, Schleswig-Holstein
Die Arbeit erhielt von der Bundesjury die Auszeichnung „Beste Arbeit“ in der Kategorie Text (3-1 Über den eigenen Schatten springen).
Kommentar der Bundesjury: Fünf Eier und ein paar Äpfel! Das steht auf dem Einkaufszettel, den die Mutter Mariam in die Hand drückt. Nicht gerade viel für einen Einkauf. Doch es reicht, um aus dem Haus zu gehen. Und genau das ist es, was die Mutter bezweckt. Denn die Protagonistin Mariam scheint so sehr in einer Schockstarre gefangen zu sein, dass sie nicht mehr am Leben teilnimmt. In ihrer Erzählung zeichnet Julia vom Hans-Geiger-Gymnasium in Kiel das Bild eines jungen Mädchens, das von Schuldgefühlen geplagt ist. Der genaue Grund wird nicht näher beschrieben. Vielmehr sind die vielen, bewusst unkonkreten Andeutungen auf einen Unfall, Hinweise auf den psychischen Zustand des Mädchens, das sich verantwortlich für ein tragisches Ereignis fühlt. Julias Erzählung zieht uns vom ersten bis zum letzten Satz in den Bann. Ihre detailreiche Sprache zeugt von einem bemerkenswerten Ausdruckvermögen. Sie vermittelt auf sensible, ergreifende Weise, wie sich ein junger Mensch Schritt für Schritt den Weg zurück ins Leben kämpft.

