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  • 07.10.2014
Schule im Ausland

Europe at School: Deutsch-tschechische Zusammenarbeit

Der Europäische Wettbewerb, Deutschlands ältester Schülerwettbewerb, ist – wie der Name schon vermuten lässt – eine internationale Bildungsinitiative. Erstmalig fand er 1953 in Frankreich statt – damals nur an einem Tag im Schuljahr und als Aufsatzwettbewerb über europäische Themen.

Schnell erweiterte sich sein Radius sowohl inhaltlich als auch geografisch: schon nach wenigen Jahren konnten Schüler aller Altersstufen schuljahresbegleitend und methodisch offen zu europäischen Themen arbeiten.

Immer mehr Ländern Europas führten den Europäischen Wettbewerb ein – in den Neunziger Jahren waren es über dreißig Staaten! Dieses internationale Bildungsnetzwerk wurde in Brüssel koordiniert – unter dem Namen Opens internal link in current window„Europe at School“ wurden die jährlichen Aufgabenstellungen abgeglichen und internationale Preisträgerbegegnungen  organisiert. Leider brach vor einigen Jahren nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch in den meisten Ländern die Finanzierung für den Wettbewerb weg. Heute nehmen nur noch wenige Länder an „Europe at School“ teil – Deutschland, Lettland, die Slowakei, Griechenland und die Tschechische Republik.

Letztere besuchte Janin Hartmann, Projektmanagerin des Europäischen Wettbewerbs, am 3. Oktober 2014. Sie folgte der Einladung von Jana Skarlantova, Vorsitzender von Europa in der Schule in der Tschechischen Republik, zu einer Ausstellungseröffnung mit anschließendem Seminar der Regionalkoordinatoren. Janin Hartmann stellte den Anwesenden den deutschen Wettbewerb vor, informierte sich über Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit dem tschechischen Wettbewerb und warb für eine engere internationale Zusammenarbeit.

Europa in der Schule wird in der Tschechischen Republik seit 23 Jahren durchgeführt. Der Wettbewerb war beim Nationalen Institut für Kinder und Jugendliche angesiedelt, welches sukzessive finanziell und personell abgebaut wurde. Als das Institut 2013 vollständig eingestellt wurde, gelang es nur unter großem Einsatz der Akteure, die Fortführung von  Europa in der Schule zu sichern. Seitdem ist es im Nationalen Institut für Weiterbildung angesiedelt. Auch hier ist das Budget so beschränkt, dass kaum Personalkosten übernommen werden können. Die Regionalkoordinatoren und auch Frau Skarlantova arbeiten ehrenamtlich.

Der Wettbewerb ist ähnlich strukturiert wie der Europäische Wettbewerb. Inhaltlich orientiert man sich in der Regel am jeweiligen Europäischen Jahr, welches in altersgerechte Aufgaben umgesetzt wird. Teilnehmen können Schüler aller Altersstufen. Es gibt einen bildnerischen und einen literarischen Wettbewerb – beide sind in jeweils vier Alterskategorien gegliedert. Höhepunkt von Europa in der Schule in der Tschechischen Republik ist eine zweitägige Preisverleihung mit großer Ausstellung und vielfältigem Programm, die jeweils im Mai in wechselnden Städten stattfindet. Etwa 60 Preisträger werden mit Eltern und / oder Lehrern hierhin eingeladen.

Der Besuch Janin Hartmanns in Prag soll eine künftige enge Zusammenarbeit zwischen den Nachbarländern einläuten. Zunächst ist geplant, Möglichkeiten für gemeinsame Ausstellungen zu eruieren und die tschechischen Preisträger zu den internationalen Preisträgerbegegnungen in Bad Marienberg und Otzenhausen einzuladen. Langfristig soll der Wettbewerb nicht nur in der Tschechischen Republik, sondern international gestärkt und wieder aufgebaut werden. Dafür plant die Europäische Bewegung Deutschland in Zusammenarbeit mit dem European Movement International einen Förderantrag im Rahmen des Förderprogramms Erasmus+ zu stellen.

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