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Digitalisierung als Chance | Kreative Köpfe zu Gast im Bundeskanzleramt

„Wir leben in einem Zeitalter der Exzesse was die Digitalisierung betrifft.“ Mit diesen Worten begrüßte die Staatsministerin für Digitales, Dorothee Bär, die Preisträgerinnen und Preisträger des Europäischen Wettbewerbs bei ihrem Besuch des Bundeskanzleramts, der in Kooperation mit dem Bundespresseamt stattfand. Der Besuch bildete den Höhepunkt der Preisträgerreise Berlin, welche 28 Schülerinnen und Schüler für ihre hervorragenden Beiträge beim 66. Europäischen Wettbewerb belohnte.

„Ich finde es immer gut, wenn man mehr macht als man machen muss,“ lobte Bär das kreative Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger. Die Beiträge überzeugten im Europawahljahr unter anderem durch die künstlerische Auseinandersetzung mit den Themengebieten Street Art, der Bedeutung von Influencern in der Politik und der Rolle der Sozialen Medien in der Demokratie und natürlich mit eigenen Kampagnen unter dem Motto „Aufkreuzen! Ankreuzen!“.

Die Diskussionsrunde mit Bär knüpfte an ihr Tätigkeitsressort Digitales an, was auf großes Interesse bei den Jugendlichen stieß. Bär berichtete aus dem Alltag einer Staatsministerin, die neben ihren politischen Aufgaben viel Wert auf die Kommunikation über die Sozialen Medien legt. Auch an den inhaltlichen Fragen der Schülerinnen und Schüler zeigte Bär großes Interesse. Wie werden die Sozialen Medien in den Parteien genutzt? Erfolgt ein Umdenken oder eine Umorientierung? Wie kann auf politischer Ebene auf Social Bots reagiert werden und wie häufig ist dies wohl bei der Europawahl vorgekommen? Neben der Gefahr durch digitale Wahlbeeinflussungen bei den Europawahlen wurden unter anderem auch die Themenbereiche Breitbandausbau, digitale Bildung und Innovationen in den Bereichen automatisiertes Fahren und Robotik diskutiert.

Ein Teil der PreisträgerInnen auf der Terasse des Bundeskanzleramts. (Foto: EBD)

Bär betonte wie wichtig es sei, technologisch und im digitalen Bereich nicht den Anschluss zu verlieren. Fortschritt setze voraus, sich nicht mit den Errungenschaften zufrieden zu geben, sondern stets die nächste Entwicklungsstufe zu erklimmen. Sie verwies in diesem Kontext auf nationale Erfolge, etwa im Bereich der Sensorik, wo Deutschland eine Spitzenreiterrolle einnimmt.

Nach dem Gespräch erhielten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, bei einer Führung weitere Einblicke in das Tagesgeschäft des Kanzleramts zu gewinnen. Neben dem Besuch des Bankettsaales, der Kanzlergalerie und des internationalen Konferenzsaales, lernten die Jugendlichen auch einige der Kunstwerke des Hauses kennen.

Neben dem Besuch des Bundeskanzleramts standen weitere spannende Punkte auf der Agenda. Der Berlin-Aufenthalt begann für die Preisträgerinnen und Preisträger im Bundespresseamt, wo sie zunächst von der Leiterin der Europa-Abteilung, Dr. Anja Trebes, über die Arbeit der Behörde informiert wurden. Danach begrüßte die stellvertretende Regierungssprecherin Martina Fietz die Schülerinnen und Schüler. Sie zeigte sich erfreut über die hohe Wahlbeteiligung bei der Europawahl und betonte, wie entscheidend eine engagierte junge Generation für Europas Zukunft ist. Generalsekretär Bernd Hüttemann begrüßte die Schülerinnen und Schüler im Namen des Trägervereins Europäische Bewegung Deutschland. Er erläuterte die europapolitische Kommunikationsarbeit der EBD und den besonderen Stellenwert, den die Europabildung für Kinder und Jugendliche darin einnimmt. Im Anschluss stellten die Preisträgerinnen und Preisträger im Gespräch mit Projektleiterin Janin Hartmann ihre prämierten Arbeiten vor. Die Schülerarbeiten bleiben noch einige Tage im Besucherzentrum des Bundespresseamtes ausgestellt.

Auch die Erkundung von Berliner Attraktionen kam im Zuge der Reise nicht zu kurz. Bei bestem Wetter genossen die Jugendlichen eine historische Schifffahrt auf der Spree und erkundeten gemeinsam die Szeneviertel Kreuzberg und Friedrichshain. Die Besuche des Bundestages, des Europäische Hauses und der Gedenkstätte Berliner Mauer in Prenzlauer Berg rundeten das kulturelle Programm ab.

Unter dem Motto „YOUrope – es geht um dich!“ reichten auch dieses Jahr wieder über 70.000 Schülerinnen und Schüler und über 1000 Schulen deutschlandweit ihre Beiträge ein. Verschiedene Fragestellungen luden Kinder und Jugendliche von der ersten Klasse bis zum Abitur dazu ein, sich durch künstlerische Projekte mit aktuellen Fragestellungen Europas zu beschäftigen. Mit Bildern, Plakatkampagnen, Videos, selbst komponierten Songs, Poetry Slams oder internationalen eTwinning-Projekten begeisterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bundesjury. Die besten Beiträge wurden mit Reisepreisen ausgezeichnet.