Drei Tage Street-Art in der Graffiti-Hauptstadt Europas

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Im Europäischen Wettbewerb gibt es jedes Jahr tolle Reisepreise zu gewinnen. Für die älteren Preisträger:innen aus der Kategorie „Bild“ vergibt die Bundesjury ein dreitägiges Urban-Art-Seminar in Berlin, dessen Programm mit spannenden Einblicken in ein paar der vielfältigen Bereiche urbaner Kunst gefüllt ist. Nachdem die Reise coronabedingt zwei Jahre lang ausgefallen ist, konnten in diesem Jahr wieder 15 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren vom 22. bis zum 25. August nach Berlin kommen. Einen Bericht zu den ereignisreichen drei Tagen findet sich hier.

                Der Graffiti-Workshop war ein Highlight für die 15 Bundespreisträger:innen und Gewinner:innen des Street-Art-Seminars

Der Berliner Hauptbahnhof hat zwei Ein- beziehungsweise Ausgänge: einer grenzt an den Washington-Platz, der andere an den Europaplatz. Auf welchem der beiden Plätze sich die Preisträger:innen am Vormittag des ersten Tages zum ersten Mal begegneten, muss wahrscheinlich nicht extra erwähnt werden. Manche der Teilnehmenden hatten bereits eine Zugfahrt von über acht Stunden hinter sich; dementsprechend brach die Gruppe etwas verschlafen in das gebuchte Hostel auf. Diese Müdigkeit verflog jedoch spätestens im Lauf der Street-Art-Tour durch Kreuzberg, die am ersten Seminartag auf dem Programm stand. Zwei Stunden lang lenkte Tour-Guide Caro Eickhoff die gebannte Aufmerksamkeit der Gewinner:innen auf die großen und kleinen Kunstwerke, die den Kreisverkehr rund um die U-Bahn-Station „Kottbusser Tor“ und die umliegenden Straßen bis hoch zum Rio-Reiser-Platz schmücken. Zwischen kleinen Yogi-Männchen auf den Straßenschildern und dem berühmten Mural von Victor Ash in Form eines Astronauten wimmelte es nicht nur so von verschiedensten Techniken, sondern ebenso von bewegenden Geschichten hinter den einzelnen Werken.

Der zweite Seminartag bot Raum für die eigene Kunst. Der Dienstag begann mit einem zweistündigen Workshop zu Urban-Sketching, in dem die Teilnehmenden selbstgewählte Szenen rund um die Markthalle Neun zeichnerisch einfingen und dabei von der Künstlerin Marisa Kirko Bildkomposition und Perspektive erklärt bekamen. Mit jeder Menge schöner Bilder im Gepäck ging es daraufhin zum Mittagessen, bevor ein zweiter Workshop zu Graffiti anstand. Hier entstanden zwei eindrucksvolle Pieces, von denen die erfahrenen Betreuer des Workshops genauso beeindruckt waren wie das Team des Europäischen Wettbewerbs. Es freut uns natürlich besonders, dass Europa bei einem der beiden Werke in der Mitte des Universums Platz gefunden hat!

Europa in der Mitte des Universums – das war das Motiv des ersten Graffitis einer Gruppe beim Graffiti-Workshop.

Auch der Morgen des letzten Tages startete künstlerisch: Die Gruppe war dazu aufgerufen, ihre eigenen Tape-Art Werke zu kreieren. Künstler:innen der SELFMADECREW – ein Berliner Künstler-Kollektiv unter Leitung des Berliner Street-Art-Künstlers Slava Osinski – erklärten den Teilnehmer:innen die Kunst der Tape-Art. Diese urbane Kunstart,  in der hauptsächlich nur das Klebeband als Stoff für das Erschaffen des Werkes verwendet wird, ist beliebt aufgrund ihrer leichten Umsetzungsmöglichkeit, des geringen Aufwands und trotzdem immer effektvollen Ergebnis. Tape-Art ist eine Stadt- und umweltfreundliche Kunst, bringt keinen Schaden und kann leicht von jeder Oberfläche entfernt werden.  Für die meisten Preisträger:innen war das die erste Berührung mit der Klebenandkunst, und für einige sicher auch nicht die letzte.

Nachdem im Tape-Art-Workshop erneut selbst Kunst erschaffen wurde, ging es zum Kunst-konsumieren in das Urban Nation Museum. Das Museum ist der flüchtigen Kunst der Straße gewidmet, der Urban Art. Da Berlin als Graffitihauptstadt Europas gilt, bettete sich dieser Museumbesuch gut in das Gesamtprogramm des Street-Art-Seminars.

Der Ausklang des Tages und damit des Seminars bestand schließlich in einem gemeinsamen, sehr lustigen Besuch des Ratibor-Theaters, wo drei Schauspieler:innen unter Einbindung des Publikums um die Wette improvisierten. Vielen Dank an alle Teilnehmer:innen für die tolle Zeit! Es hat großen Spaß gemacht und wir freuen uns jetzt schon auf eure Beiträge in der nächsten Runde des Europäischen Wettbewerbs zum Thema „Europäisch gleich bunt!“

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