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Berlin

Einladung des Bundestagspräsidenten | Vier Tage Europa, Politik und Kultur

Aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen Preisträgerinnen und Preisträger des 65. Europäischen Wettbewerbs die Einladung des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble für ein viertägiges, buntes Kunst- Kultur und Politikprogrammm in Berlin an. Seit vielen Jahren lobt der Bundestagspräsident eine Berlinreise für 30 Preisträgerinnen und Preisträger des Europäischen Wettbewerbs aus und beweist so seine Werrtschätzung für die Europabildung an Schulen. Begrüßt wurden die Schülerinnen und Schüler von Dr. Rolf Lohmann, dem Leiter des Besucherdienstes, und Bernd Hüttemann, dem Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland e.V., die den Europäischen Wettbewerb seit 1953 durchführt.

Nach der offiziellen Begrüßung lernten die Jugendlichen sich und ihre Wettbewerbsbeiträge gegenseitig kennen. Ein Großteil von ihnen hat sich mit dem Thema „Vom Hofmaler zum Selfie“ befasst und sich so auf eine Zeitreise durch die europäischen Kunstepochen begeben: Hat der Philosoph Luhmann recht, wenn er sagt, sobald wir mit Menschen interagieren, spielen wir Theater? Welche Gedanken würden dem Mädchen mit Perlenohrring heute durch den Kopf gehen? Mit welchem Snapchat-Filter würde sich Albrecht Dürer heute im Selbstportrait darstellen? Auch eine breitere gesellschaftliche Reflexion scheuten die Schülerinnen und Schüler nicht: Was bedeutet für uns Europa? Wer gehört dazu und wie kann Sport ein Erfolgsrezept für gelungene Integration werden? Ihre Antworten teilten die Preisträgerinnen und Preisträger in Berlin miteinander.

So bunt wie die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler sollten auch die folgenden Tage werden: Nach einer Kunst- und Architekturführung durch den Reichstag und einem Besuch der Ausstellung „Die parlamentarische Demokratie“ spielten die Jugendlichen eine Plenarsitzung nach. Am Nachmittag wurde das Motto des 65. Europäischen Wettbewerbs „Denk mal – worauf baut Europa?“ wieder  aufgegriffen: Bei drei verschiedenen Stadtführungen konnten sie in die Historie des jüdischen Berlins eintauchen, neue und modere Kunstwege (ARTspaces) in Neukölln beschreiten oder auch das Kulturerbe von Berlin Mitte entdecken. Abgerundet wurde der zweite Tag mit einem Besuch im Improvisationstheater, bei dem die Schauspieler auf Impulse der Gäste reagierten.

Der Donnerstag begann interaktiv – mit Workshops zu Welterbe und Europa. Die Deutsche UNESCO-Kommission und die Schwarzkopf Stiftung – Junges Europa luden die Preisträgerinnen und Preisträger ein, sich über ihre Arbeit zu informieren und zugleich die Methodenvielfalt ihrer internationalen Bildungsarbeit kennenzulernen. Schnell wurde klar: Hier läuft es anders als in der Schule! Die Schülerinnen und Schüler liefen durch und gestalteten Räume, brainstormten gemeinsam zu den Grenzen und Gemeinsamkeiten von Kulturerbe und diskutierten über unterschiedliche Begrifflichkeiten, arbeiten eigene Projektskizzen heraus und erkundeten die Debatten in und um Europa auch aus den Blickwinkeln unserer Nachbarstaaten heraus.

Im Anschluss folgte ein Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten und EBD-Vize-Präsidenten Christian Petry. In dem 1,5 stündigen Gespräch im Sitzungssaal des Finanzausschusses gab er Einblicke in die tägliche Arbeit eines Bundestagsabgeordneten, in seine Rolle als Mitglied im Europaausschuss und seinem Verständnis als Volksvertreter. Dass sein Herz dabei für Europa schlägt, merkte man ihm dabei förmlich an. Untermauert hat er dies mit eigenen Erlebnisse und seiner eigenen Biografie als Saarländer, dessen Großvater – ohne jemals den Wohnort gewechselt zu haben – allein 6 Staatsangehörigkeiten inne hatte.

Die Preisträgerinnen und Preisträger des 65. Europäischen Wettbewerbs nutzten sehr engagiert ihre Chance, sich mit dem Abgeordneten auszutauschen, Fragen zu stellen und Anliegen der Jugend vorzubringen: Wie kann die EU Frieden sichern wollen, aber zugleich Waffenexporte akzeptieren? Wie sieht die EU im Jahre 2040 aus? Was können wir gemeinsam unternehmen, um einen Rechtsruck zu verhindern und Demokratiemüdigkeit zu überwinden? Warum überlagern negative Themen immer die positiven Errungenschaften (Stichwort Maaßen vs. Verabschiedung des KITA-Gesetzes in der vergangen Woche)? Müssen gewisse Mandate beschränkt werden oder trägt nicht auch die Wählerschaft dazu bei? Und warum kann es sein, dass Seenotrettungsbooten die Einfahrt in Häfen verwehrt wird? Petry stellte sich sehr engagiert den Fragen der Jugendlichen und diskutierte diese gemeinsam mit ihnen.

Den Abschluss der Preisträgerreise bildete der Besuch einer Plenardebatte des Deutschen Bundestages am Freitag. In der Feedbackrunde zeigten sich die Jugendlichen begeistert von der Vielseitigkeit des Programms. Auch 2019 werden 30 Schülerinnen und Schüler die Chance bekommen, an der Berlinreise des Bundestages teilzunehmen.

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