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Europa-Enthusiasmus bei den bayerischen Preisverleihungen des Europäischen Wettbewerbs

Bayern ist eines der beteiligungsstärksten Länder des Europäischen Wettbewerbs, daher wundert es nicht, dass am 04.07.2018 gleich zwei große und hochrangig besetzte Preisverleihungen stattfanden. Rund 300 Schülerinnen und Schüler wurden in den Regierungsbezirken Mittelfranken und Niederbayern für ihre Kreativität bei der Umsetzung  des 65. Europäischen Wettbewerb zum Thema „Denk mal – worauf baut Europa?“ ausgezeichnet.

Am Vormittag wurden die mittelfränkischen Preisträger im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat in Nürnberg geehrt. Mit einer großen Portion europäischem Engagement eröffneten vier Festredner die Auszeichnungsveranstaltung. Nachdem Dr. Alexander Voitl als Vertreter des bayerischen Staatsministeriums alle Gäste begrüßte, hob Bezirkstagspräsident Richard Bartsch die regionale Komponente europäischer Zusammenarbeit hervor und unterstrich die Bedeutung von internationalen Jugendbegegnungen. Dr. Klemens Gsell, 3. Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg, unterfütterte dies mit dem historischen Ursprung der Europäischen Union; er sei „dankbar, dass Europa kein Märchen geblieben ist“. Dennoch zeigten heutige Diskussionen, dass Europa kein Selbstläufer sei. Die größten Herausforderungen sieht er in Nationalismen und Rosinenpickerei. Um dem beizukommen, brauche es Visionen und ein gemeinsames Voranschreiten in Europa. Dies hätten die Jugendlichen beim 65. Europäischen Wettbewerb unter Beweis gestellt. Dafür aber für ihr Engagement in anderen Bereichen und Vereinen dankte er den Schülerinnen und Schülern. Regierungspräsident Thomas Bauer warb anschließend dafür, dass Europa als Ort für die Achtung der Menschenrechte stehen müsse. Dass europäische Lösungen unabdingbar sind, sei für ihn klar. Wenn man in die griechischen Flüchtlingslager blicke, werde klar, dass keine Geduld gefordert, sondern ein beherztes Einstehen für gemeinsame Werte notwendig sei.

Dann waren die Preisträgerinnen und Preisträger an der Reihe, die bereits gespannt im Festsaal des Ministeriums auf „ihren Moment“ warteten. Ob in der Auseinandersetzung mit und über Selfies, zur Vielfalt Europas oder auch Visionen über ein europäische Stadt – die ausgezeichneten Arbeiten wurden fürs Publikum sichtbar eingespielt und einige gewählte Werke während der Gratulationen hervorgehoben und beschrieben.

Zum „zweiten Streich“ der Preisverleihungen fuhren der bayerische Landesbeauftragte Kurt Mitländer und Mareen Hirschnitz, Projektmanagerin des Europäischen Wettbewerbs in der Bundesgeschäftsstelle, im Anschluss gemeinsam nach Landau an der Isar. Hier durften die Kinder und Jugendlichen nicht nur gespannt auf ihre Auszeichnungen warten, sondern auch selbst durchs Programm führen – die Moderation oblag zwei Schülerinnen von der Viktor-Karrell-Realschule in Landau an der Isar. Mit Witz und jugendlichem Schwung verschafften sie den Gedanken und Ideen der jungen niederbayerischen Künstlergeneration Gehör, forderten eigens für die Verleihung erstellte Projektpräsentationen an, stellte diese vor und holten die hochrangigsten Vertreter des Bezirks auf die Bühne.

Begrüßt wurden die Teilnehmenden dabei vom 1. Bürgermeister der Stadt, Dr. Helmut Steininger, bevor die ersten Beiträge eingespielt wurden. Um jedoch die Schülerbeiträge in einen politischen Rahmen zu bringen, berichteten die Moderatorinnen nicht nur vorm Ursprung des Wettbewerbs, sondern auch von den Themenschwerpunkten der 65. Wettbewerbsrunde und holten sich die entsprechenden Dialogpartner ans Mikrofon. Zunächst war Bernd Sibler, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Schule an der Reihe. Er lieferte Gedankenanstöße, welche Zukunft wir alle für Europa schreiben wollen und hob Themen wie Digitalisierung, Erweiterung, grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie Errungenschaften und Werte wie Toleranz im Sinne eines interessierten Miteinanders hervor. Dass die Kinder und Jugendlichen sich Jahr für Jahr – durchaus auch kritisch – mit den Themen des Europäischen Wettbewerbs auseinandersetzen, stelle ihren Ideenreichtum unter Beweis. Schließlich könnten Europas Fahnen nicht nur bei Schönwetter hochgehalten, sondern auch in Krisenzeiten zusammengearbeitet werden. Wie auch die lokale Ebene davon profitieren könne (Stichwort Gastwirtschaft, Dienstleistungen, Arbeitsplätze, kultureller Austausch, und ein gegenseitiges Miteinander auf Augenhöhe), kitzelten die Moderatorinnen aus der anschließenden Gesprächsrunde heraus. Dabei stellten sich Regierungspräsident Rainer Haselbeck, Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich sowie Europa-Union-Bezirksvorsitzender Konrad Kobler und Landrat Heinrich Trapp auch den neugierigen Nachfragen zum Kulturerbe: Was bedeutet Kulturerbe für Sie? Welche Werte sind Ihnen an Europa wichtig und welches ist Ihr Lieblingsdenkmal in Europa?

Jeweils musikalisch umrahmt, schloss sich die Ouvertüre zur feierlichen Preisvergabe an. Gemeinsam gratulierten Staatsminister Sibler, Regierungspräsident Haselbeck, Landrat Heinrich und der EUD-Bezirksvorsitzender Kobler den erfolgreichen Landes- und Bundespreisträgern und sprachen ihnen persönliche Glückwünsche aus – bei 149 Gewinnerinnen und Gewinnern aus 14 Schulen in Niederbayern war kräftiges Händeschütteln angesagt.

Ein Tag, der anschaulich die beeindruckende Dimension und tiefe Verankerung des Europäischen Wettbewerbs im Land Bayern zeigte – sowohl an den bayerischen Schulen, als auch in den zahlreichen engagierten Vereinen und Behörden des Landes.