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  • 22.11.2018

Jetzt neu: Bewertungskriterien des Europäischen Wettbewerbs

Für den Europäischen Wettbewerb sind hunderte Expert/-innen und Lehrer/-innen in Jurys tätig – sowohl auf Kreisebene, als auch in sechszehn Landesjurys und in der Bundesjury. Um ihre fachliche Arbeit in den Gremien zu unterstützen, wurden die Bewertungskriterien des Europäischen Wettbewerb jetzt aktualisiert und erweitert. In dem von der Bundesgeschäftsstelle, den Bundesjuror/-innen und den Mitgliedern des Lenkungsausschusses erarbeiteten Dokument werden die bildungspolitischen Grundlagen der Europabildung, die inhaltlichen und formalen Besonderheiten des Europäischen Wettbewerbs sowie die fachlichen Qualitätskriterien der einzelnen Bearbeitungsformen definiert.

Der Europäische Wettbewerb ist das traditionsreichste Instrument der schulischen Europabildung in Deutschland. Das pädagogisch-didaktische Konzept des Europäischen Wettbewerbs orientiert sich eng an der Empfehlung „Europabildung in der Schule“ (Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. Juni 1978 i.d.F. vom 5. Mai 2008). Diesem Auftrag entsprechend steht der Europabezug ganz oben in der Wertigkeit der Bewertungskriterien: „Eine herausragende Leistung im Sinne des Europäischen Wettbewerbs zeigt, dass der/ die Schüler/-in sich im schulischen Rahmen mit einem für Europa relevanten Thema befasst hat, es altersentsprechend gründlich recherchiert, sich eine eigene Meinung gebildet und diese gegebenenfalls künstlerisch abstrahiert hat.“

Das Papier dient Jurys und Lehrkräften als fachliche Grundlage

Besonders spannend ist das zweite Kriterium „Würdigung der individuellen Lernleistung“. Damit reagiert der Wettbewerb auf die zunehmende Heterogenität an Schulen und betont, was ihn im Gegensatz zu den meisten anderen Schülerwettbewerben kennzeichnet – dass alle Schulformen und Altersgruppen teilnehmen dürfen und sollen und die unterschiedlichen Lernstände in der Bewertung berücksichtigt werden: „Die Jurys des Europäischen Wettbewerbs haben den Anspruch, dieser Heterogenität durch einen individualisierten Bewertungsprozess gerecht zu werden.“

Danach wird es fachlich anspruchsvoll, die Qualitätskriterien für die verschiedenen Bearbeitungsmethoden werden definiert – für schriftliche, gestalterische, mediale und Gruppenarbeiten. Bei schriftlichen Arbeiten „stehen inhaltlich die Originalität und Stringenz der Idee, eine fundierte Recherche bzw. der schlüssige Handlungsaufbau und eine differenzierte und eigenständige Wertung des gewählten Themas im Zentrum der Bewertung“. Bei gestalterischen Arbeiten „gilt das Augenmerk der Jurys dem Einsatz und dem Zusammenwirken formaler Mittel (wie Linien, Flächen, Farben, Kontrasten, Oberflächen oder Material), der Komposition der Bildfläche oder des Objektes im Raum ebenso wie der Verbindung und Akzentuierung verschiedener gestalterischer Elemente“. Bei medialen Arbeiten sind „formale Mittel wie Regie und Kameraführung oder der sinnvolle und originelle Einsatz von Animationstechniken, Wahl der Drehorte und deren Ausstattung, Ton, Schauspiel und die Montage entscheidende Qualitätskriterien“. Bei Gruppenarbeiten „ersuchen die Jurys einerseits, die einzelnen Gruppenmitglieder im Werk wiederzufinden und zu fragen, ob das Werk der Gruppe angemessen ist, zugleich werden aber die besonderen Herausforderungen der Gruppen- und Projektarbeit anerkannt“.

Die neuen Bewertungskriterien wurden am 8.10.2018 vom Lenkungsausschuss beschlossen und sind damit künftig die Arbeitsgrundlage aller Jurys. Sie dienen jedoch auch Lehrkräften zur Orientierung, die in der Regel die erste Jurierungsebene durchführen. Die Bewertung der Schülerarbeiten ist beim ältesten Schülerwettbewerb Deutschlands besonders herausfordernd – denn die Heterogenität der teilnehmenden Schüler/-innen, die hohe Anzahl von Aufgaben und die methodische Offenheit der Umsetzung erfordern von den Jurorinnen und Juroren interdisziplinäre fachliche Expertise sowie ein hohes Maß an Feingefühl für die Hintergründe der teilnehmenden Schüler/-innen. Mit der neuen fachlichen Grundlage soll das hohe persönliche und ehrenamtliche Engagement der Juror/-innen gewürdigt und unterstützt werden.

Die neuen Bewertungskriterien als PDF