Pressemitteilung zu „Europa (un)limited“

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Kreative Reflexionen zum Thema Grenzen

60.000 Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen haben unter dem diesjährigen Motto „Europa (un)limited“ ihre künstlerischen Talente entfaltet. Entstanden sind über 42.000 bildnerische Arbeiten, Texte und mediale Kunstwerke, die sich mit den vielfältigen Facetten von Grenzen auseinandersetzen.

Europa ist mehr als nur ein geografischer Raum – unter diesem Leitgedanken haben die Teilnehmenden in ihren Werken persönliche Grenzen aufgezeigt, künstlerische Barrieren überwunden und sogar die physischen Grenzen unserer Welt überschritten. Sie haben nicht nur aktuelle europäische Ereignisse reflektiert und die EU-Politik kritisch beleuchtet, sondern auch Zukunftsvisionen aufgezeigt.

Die eingereichten Arbeiten spiegeln eine unglaubliche Vielfalt wider, von Gemälden und Zeichnungen über Filme und Songs bis hin zu Comics oder Essays. Die Qualität und Kreativität der Beiträge zeigen deutlich das Engagement und die Auseinandersetzung der jungen Menschen mit Europa und seinen Herausforderungen. Vor allem die Arbeiten, in denen die Schülerinnen und Schüler sich mit ihren persönlichen Grenzen auseinandersetzten, berühren den Betrachter bzw. die Leserin. Es wird vielfach spürbar, wie eng diese Grenzen zum Teil während der Pandemie empfunden wurden – eine Erfahrung, die wohl alle jungen Menschen in Europa und darüber hinaus teilen. Julia Specht (15) vom Hans-Geiger-Gymnasium in Kiel beschreibt in ihrer Kurzgeschichte, wie es manchmal auch nur einen kleinen Auftrag wie „Fünf Eier und ein paar Äpfel“ einzukaufen braucht, um sich Schritt für Schritt den Weg zurück ins Leben zu erkämpfen. Die Arbeit erhielt die Auszeichnung „Beste Arbeit“ in der Kategorie Text.

Hier kann der Text gelesen werden.

Die Teilnehmenden kommen von exakt 1.186 Schulen, das sind 53 mehr als im Vorjahr. Auch wenn Grundschulen und Gymnasien den größten Anteil bilden, sind alle Schulformen vertreten. Die Zahl der Teilnehmenden ging im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 9 % zurück. Hier scheinen sich nicht zuletzt die personellen Engpässe an den Schulen bemerkbar zu machen. Denn gerade in musischen Fächern wird vielerorts die Stundentafel eingeschränkt oder es muss fachfremd unterrichtet werden. Und Lehrkräfte, die eine hohe Belastung spüren, beteiligen sich weniger an zusätzlichen Projekten wie dem Europäischen Wettbewerb.

Dabei hat der Wettbewerb vor allem in diesem Jahr eine besondere Relevanz. Denn die 16- und 17-jährigen Teilnehmenden werden erstmals an der Europawahl teilnehmen und Europa damit buchstäblich mitgestalten können. Viele Beiträge zum diesjährigen Europäischen Wettbewerb griffen die Wahl auf oder bezogen sich auf relevante Themen des Wahlkampfs. Sie geben eindrucksvoll Auskunft über die politischen Einstellungen und Forderungen junger Menschen.

Der Europäische Wettbewerb ist und bleibt ein wichtiger Baustein in der europapolitischen Bildung junger Menschen. Durch die Arbeit an einer der 13 Aufgaben begreifen sie Europa als gemeinsames Projekt und entwickeln europäisches Bewusstsein. Zitat einer Lehrerin, deren Bremer Klasse am Wettbewerb teilgenommen hat: „Die Schüler:innen haben viel gelernt und sich wahnsinnig darüber gefreut einen Preis zu erhalten. Ein großer Impuls wieder mitzumachen, war für mich auch eine Erzählung meiner beiden ehemaligen Schülerinnen, die auch einen Reisepreis gewonnen hatten und mir so von der Zeit in Straßburg vorgeschwärmt haben. Diese Erinnerungen zählen für Schüler:innen mehr als jede ’normale‘ Kunststunde.“

Möglich wird dies durch das große Engagement der betreuenden Lehrerinnen und Lehrer. Sie machen Europa zum Thema in ihrem Unterricht – und zwar in allen möglichen Fächern, fächerübergreifend oder fächerverbindend. Großer Dank gilt auch allen Landesbeauftragten, Landes- und Bundesjurorinnen und -juroren, und Unterstützern. Mit großer Leidenschaft tragen sie dazu bei, dass die Stimmen der jungen Generation gehört werden.

Esma Kasli (16), von der Bertolt-Brecht-Realschule in Augsburg bearbeitet in ihrem Werk das Thema Migration. In einer nächtlichen Straßenszene zeigt sie einen Gastarbeiter – als Straßenkehrer abgebildet. Dazu schreibt Esma: „Er ‚kehrt‘ sozusagen Geld (DM) und Brot (seine Nahrung), die er sich verdienen muss, um seine Familie im Ausland zu ernähren bzw. finanziell zu unterstützen. Dadurch, dass er ausgewandert ist, spürt er eine innere Einsamkeit, Sehnsucht und Heimweh, da er seine Frau, Kinder und Familie vermisst.“ Dieses sehr ernsthafte Thema wird im Bild gekonnt dargestellt und macht auf die Problematik der Gefühlswelten, die mit Migration verbunden sind, aufmerksam.

Esma hat mit ihrem Bild die Auszeichnung „Beste Arbeit“ im Modul 3 erhalten.

Die kreative Geschichte von Lorena Spatz (10) aus Hamburg erzählt mit über 20 selbst gemalten Bildern vom europäischen Astronauten Rann. Rann reist mit einer Rakete namens 713 ins Weltall, um fremden Wesen Europa vorzustellen. Die Botschaft der Geschichte lautet: „Egal, was deine Herkunft ist – Europa kann deine Heimat sein!“ Lorenas Geschichte zeigt einfallsreich und fantasievoll, wie Europa als ein Ort der Vielfalt und Gastfreundschaft betrachtet werden kann, unabhängig von der Herkunft der Menschen.

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Lorena hat im Modul 1 die Auszeichnung „Beste Arbeit“ der Medien erhalten.

Ausführliche statistische Auswertungen der einzelnen Bundesländer sowie die Namen der Preisträgerinnen und Preisträger auf Bundesebene finden Sie online.

Ausgewählte Arbeiten von Schülerinnen und Schülern finden Sie auf unserer Website, auf Instagram und YouTube. Auch im Best-of-Film sind zahlreiche Werke zu sehen sein. Die Arbeiten können mit Bezug zum Europäischen Wettbewerb genutzt werden. 

Pressekontakt:
Annegret Menden, Projektleiterin
Tel.: 030 – 30 36 201 71

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