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Rheinland-Pfalz

Leuchtende Kinderaugen sind der größte Dank | Preisverleihungen in Polen

Europa-Union Rheinland-Pfalz fördert Europäischen Wettbewerb in Polen

Im Jahr der vielen runden Gedenktage im Guten wie im schrecklich Bösen konnte Manfred Däuwel von der Europa-Union Rheinland-Pfalz zusammen mit örtlichen Honoratioren zahlreiche Schülerinnen und Schüler polnischer Schulen, zu denen der Landesverband Kontakte unterhält, mit Preisen auszeichnen, die sie im 66. Europäischen Wettbewerb gewonnen hatten. Besonders dankte er vier Schülern, die für ihre Arbeiten Fahrten zu einwöchigen Seminaraufenthalten in Deutschland als Bundespreise neben ihren 1. Landespreisen erhielten.

Kindergartenkinder in engagierter Aktion. | Foto: Rosemarie Däuwel-Türk

Die überaus freundlichen Empfänge, die Däuwel und seiner ihn unterstützenden Ehefrau zu Teil wurden, konnten die Deutschen im 80. Jahr der Erinnerung an das dem deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 beigeheftete, Polen in Einflusszonen der beiden Unterzeichner aufteilende Geheimpapier und der kurz danach beginnende völkerrechtswidrige Überfall der Wehrmacht nur mit Scham empfinden und zugleich mit großer Dankbarkeit erfüllen.

Eröffnung mit Europahymne

Nach der musikalischen Begrüßung mit der Europahymne durch eine Schülergruppe dankte der Landrat des südostpolnischen Kreises Brzesko Andrzej Potępa im Pädagogischen Zentrum der Kreisstadt für die partnerschaftlichen Beziehungen und die Unterstützung des Wettbewerbs in seinem Kreis als gute Grundlage für die friedliche Gestaltung Europas.

Das partnerschaftlich geeinte Europa ist das Ziel

Schon ein Jahr nach Kriegsende 1946 forderte der britische Kriegspremier Churchill die „Vereinigten Staaten von Europa“ auf der Grundlage einer „Partnerschaft zwischen Frankreich und Deutschland“. Daraus entstand am 5. Mai 1949 die erste europäische Einrichtung, der Europarat in Straßburg, nach Däuwel eine Institution in etwa vergleichbar mit dem vor 100 Jahren gegründeten Völkerbund, beide zwischenstaatliche Vereinigungen von sogenannten souveränen Staaten zur Wahrung des Friedens und zur Zusammenarbeit. Doch leider fehlten gemeinsam vereinbarte und damit für alle Mitglieder geltende Regeln für die Umsetzung der gefassten Beschlüsse, die seit 1952 schrittweise in der Europäischen Gemeinschaft bis heute zur Europäischen Union entwickelt werden.

Europa rettet Menschen nach seinen Möglichkeiten. | Schülerbeitrag zum 66. EW | Foto: Martin Wrobel

Frieden beruhe auch auf Sicherheit und daher war und ist die Gründung der NATO vor 70 Jahren und Polens Beitritt vor 20 Jahren ein unverzichtbarer Schutzschirm zum Erhalt und zur Weiterentwicklung westlicher Werte, die im Kern auf dem Respekt vor dem Menschen ruhen. Nicht unerwähnt darf das Wirken der Solidarność bleiben, das vor 30 Jahren wesentlich zu Deutschlands Wiedervereinigung und damit auch zu Europas Einigung beitrug.


Gemeinsam geht es besser

Preisträgerinnen und Preisträger der polnischen Partnerschulen mit (in hinterer Reihe) den betreuenden Germanistinnen und Manfred Däuwel. | Foto: Rosemarie Däuwel-Türk

In Smolec nahe Wroclaw (Breslau) waren Klassen der Grundschule in der Turnhalle zur Entgegennahme der gewonnenen Preise versammelt. An der Wand scheinen Schülerbilder vom „Parlament der Tiere“ auf mit unterschiedlichen Sichtweisen vom Zusammenleben. Ja, gemeinsames Auftreten und Handeln bringt in jedem Fall bessere Ergebnisse als vereinzelte sogenannte Unabhängigkeit.

Manfred Däuwel dankte vor der Preisübergabe drei Germanistinnen und der Schulleiterin herzlich für ihr selbstinitiiertes Mitmachen und lud zur Teilnahme an der 67. Runde unter dem Motto „EUnited – Europa verbindet!“ ein. Die Veranstalter des Wettbewerbs, die Europäische Bewegung Deutschland e.V., und die unterstützende Europa-Union mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung hoffen auf eine starke Beteiligung.

Europa geht auch Vorschulkinder an

In Malnie, einem Stadtteil von Gogolin, wurden die Besucher in einem europäisch und mit den Nationalflaggen der beiden beteiligten Staaten geschmückten Saal empfangen. Auf Preisträger und betreuende Lehrkräfte warteten gedeckte Tische mit Getränken und Gebäck, eine einladende Atmosphäre, in der sich der zur Schule gehörende Kindergarten eindrucksvoll mit rhythmischen Tänzen präsentierte und zeigte, dass auch Vorschulkinder Europa nahegebracht werden kann. Der Preisüberbringer erinnerte sich dabei persönlich an seine diesbezügliche Forderung bei der Berliner Festveranstaltung zum 60. Geburtstag des Europäischen Wettbewerbs. Aber nicht nur die kleinen Kinder traten auf, sondern auch Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Klassen sangen und sagten Gedichte in Deutsch und Polnisch zur Freude der Gäste auf.

Schlussgespräche

Aufmerksam verfolgen Schülerinnen und Schüler das Geschehen der Preisverleihung. | Foto: Rosemarie Däuwel-Türk

Dankbarkeit auf beiden Seiten durchdrang die örtlichen Abschlussgespräche. Dabei lobte Manfred Däuwel, der polnischen Sprache unkundig, besonders die Germanistinnen, die sich, der Aufgabe ungewohnt, bereitwillig als simultane Dolmetscherinnen zur Verfügung stellten. Allerorts erkennbar war der Wille, in der Werte orientierten Europäischen Union trotz aller Probleme, die lösbar sind, sachlich zusammen zu arbeiten und allen Populisten entgegen zu treten. Für die deutschen Besucher waren die leuchtenden Kinderaugen bei den Preisverleihungen der größte Dank und die beste Motivation für die Durchführung des 67. Europäischen Wettbewerbs, denn „Europa verbindet!“. Die rheinland-pfälzischen Europäer sollen auch in Zukunft den Europäischen Wettbewerb im östlichen Nachbarland fördern.