Wo geht es hin mit dem Europäischen Wettbewerb? Wie organisieren wir die Jurysitzungen? Und wer hat womit gute Erfahrungen gemacht, was können wir uns abschauen? Um solche Vorstellungen, Visionen und Wünsche zu besprechen, treffen sich die Verantwortlichen für den Europäischen Wettbewerb in den Ländern und das Team der Berliner Geschäftsstelle einmal jährlich. Alle Reisen waren für den 16. November gebucht, nach Erfurt sollte es gehen. Doch der GDL-Streik zwang alle Beteiligten zu kurzfristiger Improvisation: Viele Landesbeauftragte bildeten spontan Fahrgemeinschaften, stiegen auf den Bus oder das eigene Auto um. Und wer es am Ende doch nicht in die Thüringer Landeshauptstadt schaffte, wurde eben digital zugeschaltet. Der größte Erfolg war damit schon zu Beginn des Treffens geschafft: Die Klausurtagung konnte stattfinden – juhu!

Los ging’s mit einer Kennenlern-Runde, denn in vier Ländern gab es einen Zuständigkeitswechsel. In Bayern übernahm Alexandra Böhm den Staffelstab von unserem langjährigen Landeskoordinator Kurt Mitländer. Anke Rauschenbach trat die Nachfolge von Heike Masser in Sachsen-Anhalt an. In Hessen ist der neue Landesbeauftragte kein Unbekannter: Roland Gawinski ist seit vielen Jahren bereits Mitglied der Bundesjury. Er folgt Fabian Berly-Gimelle nach. In Brandenburg wechselte sogar der Träger des Landeswettbewerbs von der Musik- und Kunsthochschule Schwedt zur Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft (BBAG), die auch das Europe Direct Information Center Potsdam beherbergt. Ines Friedrich übernahm das Amt des ehemaligen Landesbeauftragten Norbert Löhn.
Im Anschluss vertiefte sich die Gruppe in die inhaltliche Arbeit. Viel Gesprächsbedarf gab es zu den Jurykonzepten in den einzelnen Ländern. Die meisten Bundesländer lassen sich die bildnerischen Kunstwerke nach wie vor postalisch zuschicken, denn natürlich wirkt z. B. ein Gemälde im Original ganz anders als am Bildschirm. Logistisch bedeutet es aber zugleich einen recht hohen Arbeitsaufwand sowohl für die Lehrkräfte als auch die Landesbeauftragten. Baden-Württemberg versucht sich in diesem Jahr an einem Pilotprojekt: Zur Landesjury werden zunächst alle Arbeiten ausschließlich digital eingereicht. Diese beiden Konzepte wurden verglichen und deren Vor- und Nachteile diskutiert. Auch die internationale Dimension des Europäischen Wettbewerbs stand auf der Agenda, außerdem Themen wie Werbematerial, Landespreisverleihungen oder die Anmeldedatenbank des Wettbewerbs.
Am Ende des Treffens waren sich alle einig: 24 Stunden sind eindeutig zu kurz für den so wichtigen länderübergreifenden Austausch. Alle Anwesenden waren froh, sich seit Langem einmal wieder persönlich getroffen und ausgetauscht zu haben – und fuhren zurück mit einer gehörigen Portion Motivation, viel Inspiration und neuen Ideen im Gepäck. Und natürlich mit einer authentischen Erfahrung der Thüringischen Küche, beim Abendessen in der bezaubernden Erfurter Altstadt.







