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Stimmen des EW | Berit’s Suche nach einem ganz besonderen kultur-historischen Ort

Der 65. Europäische Wettbewerb stand unter dem großen Leitthema „Denk mal – worauf baut Europa?“. In dem Modul „Vergiss mein nicht“ für Schüler von der achten bis zur zehnten Klasse, sollte der Teilnehmer sich auf die Suche nach einem ganz besonderen historischen und kulturellen Ort machen und diesen zum „sprechen“ bringen. Berit Allgeier (15 Jahre) aus Achern erklärt uns im Folgenden, wie sie auf die Idee „ihres Computerspiels“ gekommen und wie sie vorgegangen ist.

Sofort musste ich an die „Illenau“ in Achern denken, deren lebhafte Geschichte mich als „Acherner Kind“ schon immer begleitet und berührt hat. [Die „Illenau“ war urspünglich eine Heil- und Pflegeanstalt, später wurde sie zur Kaserne umfunktioniert.]

Das Computerspiel „Illenau“ zwischen Gestern und Heute“ ist eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der „Illenau“, auf die sich der Spieler begibt. Die Zeitreise beginnt an dem Orientierungsplan in der „Illenauer Allee“ und führt dann durch die Geschichte der „Illenau“, unterlegt mit historischen Fotos. Auf der ersten Etappe der digitalen Reise hüpfen selbstprogrammierte Hasen herbei. Die Hasen erzählen von der Gründung im Jahre 1842, woraufhin der Player im ersten Memory historische Bilder zuordnen muss. Während die beiden fröhlich daher hoppelnden Hasen über die schöne Zeit der „Illenau“ berichten, taucht in den nächsten Szenen ein Wolf auf, der jene schlimmen Jahre verkörpert, als Krieg herrschte und die Nazis viele Menschen aus der „Illenau“ abtransportieren und töten ließen. „Fürchte dich vor jenen“, so die Warnung des Wolfes. Weiter geht es über die Zeit der französischen Armee und die dann folgende Freundschaft bis zur der letzten Szene, in der das „Illenau-Museum“ dokumentiert ist.

Foto: Roland Spether

Es gibt keinen Zweifel an der europäischen Idee

An der Geschichte der „Illenau“ fasziniert mich besonders, wie es nach dem Krieg und dem schwierigen deutsch-französischen Verhältnis zu einer Freundschaft kam.

Dieser Weg hin zu einem friedlichen und grenzenlosen Zusammenleben zwischen den Menschen beider Länder steht für mich auch gleichbedeutend für Europa, über dessen große und zukunftweisende Bedeutung es für mich keinen Zweifel gibt.

Ich wollte etwas Neues ausprobieren

Nachdem ich schon Filme und Hörspiele gemacht habe, wollte ich etwas Neues ausprobieren. Grundsätzlich bin ich von der medialen Technik in ihren vielfältigen Facetten begeistert, weshalb ich seit der fünften Klasse in der Video-AG des Gymnasiums Achern mitarbeite.

Programmier-Kurs in Offenburg besucht

Seit ich den Kurs „Wie programmiert man ein Computerspiel“ an der Kunstschule in Offenburg besuchte, bin ich Feuer und Flamme für das Programmieren mit „Unity 3d“.

Hierbei handelt es sich um eine Laufzeit- und Entwicklungsumgebung für Spiele, wobei der Programmierer über die vorhandenen Mechanismen eigene Programme, sogenannte Skripte, für den Ablauf und die Logik der Spiele schreiben muss.

 

Szene aus dem Computerspiel „Illenau- zwischen gestern und heute (Edutainment-Computerspiel)“
Eine Zeitreise durch die Geschichte der „Illenau“

Workshop reichte nicht aus

Leider musste ich feststellen, dass meine Kenntnisse aus dem Workshop bei weitem nicht ausreichen würden, um dieses Projekt zu stemmen.

Selten habe ich so viel gelernt

So begannen intensive Recherchen, Fachbücher mussten studiert werden und da diese überwiegend in Englisch geschrieben waren, erleichterten diese nicht unbedingt die intensive Arbeit. Daneben mussten ja auch noch in die Geschichte der „Illenau“ eingetaucht werden, um dann Schwerpunkte setzen zu können, die bei der Zeitreise in dem Spiel und dem Memory in kurzen, prägnanten und aussagekräftigen Sequenzen wieder auftauchen sollten.

Selten habe ich so viel gelernt – und noch seltener hat mich ein geschichtliches Thema so aufgewühlt und nachhaltig beschäftigt. Wahrscheinlich, weil die Geschichte der „Illenau“ sehr eng mit der deutschen Geschichte verbunden ist und weil an ihr auch deutlich wird, dass Frieden nicht als selbstverständlich angesehen werden darf.

Präsentation im Museum

Die Arbeit fand auch bei Oberbürgermeister Klaus Muttach und Florian Hofmeister, dem Vorsitzender des Förderkreises Forum Illenau große Beachtung: Sie soll mit anderen Schülerarbeiten in einem Raum im Bereich des Museums präsentieren.

Berit’s Arbeit wurde von der Bundesjury mit dem Prädikat „Beste Arbeit“ ausgezeichnet – Wie beeindruckt die Bundesjury von Berit’s Spiel war, kann man unter nachstehendem Link nachlesen. Auch wer neugierig auf das Spiel selbst ist, kann über den Link zur Schülerarbeit einen näheren Einblick erhalten.

Berit Allgeier

 

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