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Stimmen des EW | Pandora illustriert Licht- und Schattenseiten von Social Media

Die siebzehnjährige Pandora Dietle vom Friedrich-Schiller-Gymnasium Fellbach (Baden-Württemberg) hat sich in ihrem Wettbewerbsbeitrag mit den Chancen und Risiken von Social Media auseinander gesetzt. Hierzu hat sie eine eindrucksvolle Illustration geschaffen, die zeigt wie Instragram, Twitter, Facebook und Co uns entweder beflügeln oder belasten können. Für ihre einzigartige Arbeit hat sie von der Bundesjury die Auszeichnung eines Reisepreises nach Brüssel erhalten. Sie berichtet von ihrem Schaffensprozess und schildert ihre Gedanken zum Thema Social Media im digitalen Zeitalter:

Was mich zu dem Bild inspiriert hat? Social Media und das Internet sind in den letzten Jahren fester Bestandteil unseres Lebens geworden, ohne, dass wir es selber richtig mitbekommen haben. So gut wie jeder nutzt sein Smartphone weitaus länger als nur ein paar Minuten täglich. Doch was ist so faszinierend an den Social Media Portalen wie Instagram oder Twitter? Nun, zum einen bieten sie die Möglichkeit schnell an Informationen zu kommen, sich mit Menschen zu vernetzen, welche die selben Interessen wie man selbst haben oder dienen einfach dazu, sich nach einem anstrengenden Tag mit lustigen Katzenvideos zu versorgen und abzulenken. Doch darf man dabei nicht vergessen, dass es neben den scheinbaren Vorteilen auch große Nachteile in der Welt der Social Media und des Internets gibt.

Das Internet vergisst nichts. Jede Information, die man einmal von sich preisgibt, ist – zumindest wie es im Moment aussieht – für immer im Internet gespeichert. Dies wurde für einige schon zu einem Problem mit schwerwiegenden Folgen. Auch ist die Gefahr des Cybermobbings nicht zu unterschätzen. Das Internet bietet etwas, das für viele eine große Verlockung darstellt: Anonymität. Man kann tun und lassen was man will, ohne seinen echten Namen zu verwenden. Auf YouTube Menschen zu dem neusten Blockbuster in den Kommentaren spoilern? Auf Twitter lauthals seine nicht mehr zeitgemäße Meinung verkünden und andere für sich gewinnen? Oder heimlich das Instagramprofil des Erzfeindes stalken und dort gemeine Kommentare hinterlassen? Das und noch viel mehr stellt alles kein Problem mehr dar, dank der Anonymität, die das Internet zu bieten hat, doch das meist auf Kosten anderer.

Ich selbst gehöre vermutlich zur letzten Generation, die noch größtenteils ohne Smartphone aufgewachsen ist. Früher wollte ich immer eines dieser heute schon steinzeitlich anmutenden Ursmartphones haben, die gefühlt dicker als meine damalige Digitalkamera waren. Hauptsache einen Touchscreen, denn das war so ziemlich das faszinierendste überhaupt. Und heute? Heute gibt es Kühlschränke mit Touchscreens. Da komme ich mir selbst schon wie aus der Steinzeit vor, dabei bin ich gerade erst 17. Der Wandel in das digitale Zeitalter begann schleichend, nahm dann jedoch so rasant an Geschwindigkeit auf, dass, wenn man nicht von Anfang an dabei war, Schwierigkeiten hat, Schritt zu halten. Dies und weitere Aspekte bringen mich letztendlich zum eigentlichen Thema der Wettbewerbsarbeit. Das Thema, welches ja dazu aufforderte sich mich Social Media und deren (negativen?) Einfluss auf die Demokratie auseinanderzusetzen, fand ich sehr interessant. 

Da ich selber nun seit über 4 Jahren auf Instagram aktiv bin, um meine Zeichnungen publik zu machen, kann ich also zum einen stolz behaupten, dass ich noch das „alte“ blaue Instagram mit dem unverwechselbaren Kamera-Icon kennen gelernt habe, aber auch zum anderen so ziemlich alles an merkwürdigen Dingen mitbekommen oder sogar selber erlebt habe, die man wohl in den Weiten der digitalen Welt erleben kann. Dazu gehören leider auch gemeine Kommentare unter Bildern, die meine Freunde gepostet haben oder Fake News. Als es dann schließlich an die Planung und Umsetzung meines Beitrags ging, hatte ich zunächst etwas anderes im Sinn. Meine ursprüngliche Idee war eine weite Landschaft, gemalt mit Acryl, die anstatt von Bäumen, Feldern und Bergen, mit den Icons der Social Media Giganten bestückt ist. Unter dem Bild befindet sich diese Landschaft erneut, auch wieder durch und durch besetzt mit den Icons der Social Medias, jedoch Spiegelverkehrt. Oben symbolisch die positiven Dinge, die mit Social Media in Verbindung gebracht werden, gemalt mit freundlichen hellen Farben und darunter gespiegelt die negative Seite des Internets, umgesetzt durch rote und schwarze Farbtöne, um das Ganze bedrohlicher wirken zu lassen. Diese Idee hat das Stadium des Konzeptzeichnens jedoch nie überschritten, denn kurz darauf kam mir die Idee, die dann letztendlich auch mein finaler Beitrag geworden ist und mir jetzt die Möglichkeit gegeben hat, Brüssel und das Europaparlament hautnah zu erleben. Die Grundidee ist die selbe. Positives und negatives der Social Media gegenüber gestellt.

Auf der oberen Hälfte des Bildes sieht man eine Figur, die von den Icons der Social Media Apps umgeben ist. Man versichert ihr, dass man ihr nichts böses wolle, und man sich ihnen ruhig anvertrauen kann. Die Figur fühlt sich wohl und verbringt gerne Zeit mit ihren digitalen Begleitern. Auf der zweiten Hälfte des Bildes, wird das Grundszenario erneut aufgegriffen, jedoch mit einer ganz anderen Aussage. Die Figur ist nun umzingelt von den Icons und wird durch sie bedrängt. Die weiter oben so freundlich wirkenden Symbole, haben sich plötzlich in bedrohliche Gestalten mit Klauen und scharfen Zähnen verwandelt und verdeutlichen der Figur, dass sie am Ende doch nichts weiter ist, als eine Zahl im System und das Internet mehr Macht über sie hat, als sie es jemals bewusst zugelassen hätte. Das Bild an sich ist mit Tinte und Feder gemalt und mit Aquarell ausgemalt. Um die Farben noch ein bisschen intensiver wirken zu lassen, habe ich das Ganze noch einmal mit meinen Polychromos Buntstiften überarbeitet. Der Stil des Bildes ist eher in einem comichaften illustratorischen Stil gehalten. Das schien mir am angebrachtesten, um die Kernaussage des Bildes zu verdeutlichen: Social Media bietet viele Vorteile und Möglichkeiten, sich weiterzubilden, sowie neue Dinge kennen zu lernen und neue Bekanntschaften zu schließen, doch trotz allem darf man nicht vergessen, dass das Internet auch eine gefährliche Waffe sein kann, die zu Manipulation und Beeinflussung missbraucht werden kann. Daher sollte man immer Vorsichtig sein, wem oder was man sich in den Tiefen des Internets anvertraut.

 

Pandora Dietle

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