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Stimmen des EW

Stimmen des EW | Viktoria’s Europa-Dinner-Spiel

Viktoria Bumann, 20 Jahre alt, hat für den Europäischen Wettbewerb gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Martina Palermo, ebenfalls 20 Jahre alt, und Annika Rieger, 19 Jahre alt, ein komplettes Spiel erstellt. Die drei besuchen das Berufskolleg für Gestaltung und Technik in Aachen (Nordrhein-Westfalen). Das Spiel heißt „Europa-Dinner“ und orientiert sich am Konzept des Krimi-Dinners. Es befasst sich thematisch mit „Fake News“ und welche Auswirkungen diese innerhalb der EU haben können. Viktoria erklärt uns die Spielregeln und das Konzept für diesem außergewöhnlichen Wettbewerbsbeitrag:

 

Idee und Konzept
Das Spiel ist an das Prinzip der „Krimi-Dinner“ angelehnt. Jeder Spieler schlüpft
dabei in die Rolle eines Landes oder eines Mitglieds der EU-Kommission.
In drei Runden wird dabei ein fiktiver Kriminalfall durchgespielt, bei denen verschiedene Gerüchte als Hinweise gegen die Verdächtigen zum Einsatz kommen.
Bei diesen Gerüchten handelt es sich zu einem großen Teil um Fake News. Um also den Täter ausfindig zu machen, müssen die Spieler die gegebenen Informationen genau hinterfragen und untersuchen, um Fake News zu erkennen.
Damit dies möglich ist, werden den Spielern die möglichen Erkennungszeichen von Fake News nahegelegt. Die Gerüchte müssen sie dann also z.B. auf ihre Quellen und ihren Tonfall prüfen, um ihre Wahrhaftigkeit zu bestimmen.

Das Spiel
Das Spiel folgt dabei einer komplett ausgedachten Geschichte, die so einfach wie möglich gehalten ist, damit das Spiel nicht zu kompliziert wird und der Fokus nicht vom eigentlichen Thema ablenkt. Damit Sie nicht den kompletten Ablauf – der bei einem
„Krimi-Dinner“ durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen kann – durchspielen
müssen, möchten wir Ihnen hier eine kurze Zusammenfassung geben:

Spielprinzip
Die Hintergrundgeschichte des Spiels ist, dass bei einem Treffen einiger EU-Länder ein Verbrechen begangen wurde: Das geheime Rezept für die beste Pizza wurde dem Land Italien gestohlen. Jetzt ist natürlich jedes anwesende Land verdächtig und der Täter und sein Motiv müssen ermittelt werden. Hierzu schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines „Landes“, was eher einen symbolischen Charakter hat, da ein Land natürlich nicht aus nur einer Person besteht. Zudem gibt es den EU Ratspräsidenten und den Richter des europäischen Gerichtshofs. Sie sind neutrale Personen und sind reine Ermittler, die später zudem über die Fake News aufklären.

Ablauf des Spiels
Zuerst werden die Rollen verteilt. Jeder Spieler liest sich nun seine Informationen für die erste Runde durch. Nun stellt jeder Spieler vor, was er über den Vorfall weiß. Nur der wahre Täter darf dabei lügen, alle anderen müssen die Wahrheit sagen. In dieser Runde sind die Informationen eher ungenau und es darf noch nicht über sie diskutiert werden. Hat jeder Spieler sein Wissen geteilt, ist also erst einmal ein grober Überblick über die Situation geschaffen.
Anschließend beginnt die zweite Runde, in der die Gerüchte vorgestellt werden. Einige davon sind nicht wahr, es handelt sich um Fake News. Nachdem die Gerüchte samt Informationen über ihre Quellen vorgetragen wurden, werden Informationen gegeben, wie man Nachrichten prüft, um sie von Fake News unterscheiden zu können. So sollte man z.B. genau prüfen, von welcher Internetseite die Informationen stammen und in wie weit man ausschließen kann, dass Social Bots diese bewusst „pushen“.
Nun darf diskutiert werden, welche Gerüchte wahr sind und somit Motive darstellen. Sind die Motive festgelegt, kann die dritte Runde beginnen, in der die Verdächtigen weiter befragt werden.

In der dritten Runde bekommt jeder Spieler genaue Informationen, was am Tag des Verbrechens geschehen ist. Weiterhin müssen Unschuldige wahrheitsgemäß auf Fragen antworten, während der Täter lügen darf. Am Ende sollte sich dann herausstellen, wer die Tat begangen hat. Wenn sich alle auf einen Hauptverdächtigen geeinigt haben, wird die Lösung des Ganzen vorgelesen.

Anmerkungen
Es ist wichtig zu erwähnen, dass die Motive, Gerüchte und die Geschichte an sich bewusst so einfach wie möglich gehalten sind, damit sie nicht als wahre politische Fakten aufgenommen werden können. Denn bei dem Spiel geht es darum, die Schwierigkeiten zu spüren, die aufkommen, wenn Fake News in die Welt gesetzt werden. Dies soll sensibel dafür machen, welchen Informationen man Glauben schenken darf.

Bumann & Palermo & Rieger