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  • 28.08.2018

Urban Art | Kunst-Seminar des 65. Europäischen Wettbewerbs in Berlin

Verteilt sitzen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an verschiedenen Plätzen auf der Museumsinsel. Mit Finelinern, Markern, kleinen schwarzen Heften und einem Kasten mit Aquarellfarben ausgestattet sitzen sie vertieft in ihre Zeichnungen mitten im Trubel der Großstadt. Immer wieder heben sie den Kopf, um die Gegenstände zu betrachten, die sie zeichnen.

Urban Sketching auf der Museumsinsel: – die ersten Arbeiten der Teilnehmenden. (c) EBD / Mareen Hirschnitz

„Urban Sketching“ nennt sich dieses Szenario, es war die erste Lektion des Urban Art-Seminars in Berlin. Das Kunstseminar für die Preisträgerinnen und Preisträger des 65. Europäischen Wettbewerbs fand vom 20. bis 23. August in Berlin unter dem Motto „Denk mal- worauf baut Europa?“ statt.

Die Preisträgerinnen und Preisträger setzen sich vier Tage lang mit den verschiedensten Formen von Kunst im urbanen Raum auseinander. Unter der Leitung der erfahrenen Jugendseminarleiterin und ehemaligen Wettbewerbs-Preisträgerin Wienke Jensen haben sich die Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Techniken der sogenannten „Urban Art“ befasst. Neben Urban Sketching lag der Fokus auch auf Street Art und Geocaching als Mitgestaltungstechnik des urbanen Raums.

Urban Sketching schult eine bewusste Wahrnehmung der Umwelt. Was sind die wesentlichen Merkmale des gewählten Ausschnitts oder Gegenstands? Wie kann er so abstrahiert werden, dass er Wiedererkennungswert hat? Wie bringe ich die Atmosphäre des Ortes oder der Situation ins Bild?

Urban Sketching auf der Museumsinsel. (c) EBD/ Mareen Hirschnitz

Nach der Zeichenrunde auf der Museumsinsel lernten die Jugendlichen als Inspirationsquelle im Urban Nation-Museum die Arbeiten von Street Art-Künstlerinnen und Künstlern aus der ganzen Welt kennen. Murals, Tape Art, Graffiti, Ad-Busting und Urban Knitting sind nur einige von den Techniken, die bei der Führung vorgestellt wurden.

Am Mittwoch lag der Fokus auf dem Bauen eigener Caches. Dabei ging es vor allem um die thematischen Leitfragen des Seminars, die sich um das Europäische Kulturerbejahr drehte: Was ist ein Denkmal für Dich? Sind Denkmäler immer fest an einen Ort gebunden? Was soll erhalten bleiben und was möchtest Du der Nachwelt hinterlassen? Das Wettbewerbsmotto „Denk mal!“ wurde auf verschiedene Weisen als Anregung für die Caches verwendet. Am Nachmittag wurden die gebauten Caches in der Stadt versteckt und für die Nachwelt eine genaue Beschreibung erstellt.

Mural bei der Streeet Art Führung in Kreuzberg. (c) EBD/ Wienke Jensen

Eine Street Art-Führung durch Kreuzberg bildete am Donnerstag den Abschluss des Seminars. Mit einem geschulten Blick für Details und die verschiedensten Street Art-Techniken im öffentlichen Raum lernten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch die politische Dimension der Straßenkunst kennen: Street Art bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Illegalität und anerkannter Kunst, zwischen dem Schutz von Privateigentum und dem Recht auf Mitgestaltung der eigenen Stadt. Somit dient Urban Art nicht nur als künstlerische Ausdrucksform, sondern auch als politischer Akt.

Das Gelernte setzten die Schülerinnen und Schüler selbst um – ihre kleinen „Denkmäler“ versteckten sie als Urban Art im Zentrum der Hauptstadt. Die künstlerisch gestalteten Caches der Schülerinnen und Schüler sind mit detaillierten Beschreibungen der Verstecke dokumentiert worden. Alle Interessierten haben nun die Möglichkeit, sich selbst auf die Suche nach den Caches zu machen und die Arbeiten selbst zu erleben. Viel Spaß!

Hier geht es zur detaillierten Beschreibung der Cache-Verstecke.

Weitere Fotos sind hier in der Bildergalerie zu finden.