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Vier Tage Kunst, Kultur und Europa | Preisträger des Europäischen Wettbewerbs zu Gast in Berlin

Um Berliner Hauptstadtluft zu schnuppern, ein vielfältiges Kunst- und Kulturprogramm zu erleben und insbesondere um hinter die Kulissen der deutschen Europapolitik zu blicken – dazu reisten Preisträgerinnen und Preisträger des 66. Europäischen Wettbewerbs auf Einladung des Bundestagspräsidenten Dr. Wolfgang Schäuble aus ganz Deutschland an.

Die viertägige Berlinreise stellt bereits seit mehreren Jahren einen der wertvollsten Bundespreise des Europäischen Wettbewerbs dar. Das vielfältige Programm startete im Paul-Löbe-Haus des Bundestags, das im Laufe der folgenden Tage zum „zweiten Zuhause“ der Jugendlichen werden sollte. Mit einem offiziellen Besucherausweis ausgestattet, genossen die Schülerinnen und Schüler während der gesamten Preisträgerreise exklusiven Zugang zur deutschen Volksvertretung – VIP-Feeling pur!

Im Anschluss an die offizielle Begrüßung von Dr. Rolf Lohmann, Leiter des Besucherdienstes des Deutschen Bundestags und Karoline Münz, stellvertretende Generalsekretärin der Europäischen Bewegung Deutschland e.V. hatten die Preisträgerinnen und Preisträger die Möglichkeit sich und ihre Wettbewerbsbeiträge besser kennenzulernen. Besonders beliebt war das Thema „Streetart – Vandalismus, Protest oder Kunst?“; knapp die Hälfte der anwesenden Teilnehmenden hat sich in ihren Beiträgen kreativ damit beschäftigt. Die Jugendlichen setzten sich aber auch mit aktuellen digitalen Herausforderungen wie Fake News, Filterblasen oder Social Bots im Rahmen des Themas „Social Media als Demokratiekiller“ kritisch auseinander oder riefen unter dem Slogan „Aufkreuzen! Ankreuzen!“ auf unterschiedlichste Art und Weise dazu auf, an der Europawahl im Mai 2019 teilzunehmen. Unter den vorgestellten Arbeiten befanden sich sogar zwei Beiträge, die zu Recht als „Beste Arbeiten“ ausgezeichnet wurden: an Kreativität und Liebe fürs Detail waren die Schülerinnen – und Schülerarbeiten kaum zu übertreffen.

So vielfältig, wie die Arbeiten der Preisträgerinnen und Preisträger, setzte sich auch das Programm der Reise an den folgenden Tagen fort: Nach einer Kunst- und Architekturführung durch den Bundestag ging es mit Workshops zur europäischen Geschichte, den Institutionen sowie Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung auf EU-Ebene weiter. Welche Institutionen sind am Gesetzgebungsverfahren beteiligt? Was unterscheidet den Ministerrat vom Europäischen Rat? Welche Möglichkeiten habe ich als EU-Bürgerin oder EU-Bürger mich politisch einzubringen? Und was bedeutet es überhaupt „Europäerin oder Europäer“ zu sein? Diese und viele weitere Fragen wurden dabei angeregt diskutiert und das Hintergrundwissen der Jugendlichen aufgefrischt und erweitert. „Wenn ich im Ausland auf Reisen bin, antworte ich auf die Frage nach meiner Herkunft mit: I’m European“ – Aussagen wie diese verdeutlichen wie ausgeprägt die europäische Identität unter einigen der Teilnehmenden bereits ist. Geballte Europaexpertise erwarte die Jugendlichen auch beim anschließenden Besuch der interaktiven Ausstellung „Erlebnis Europa“ im Europäischen Haus. Spannende Kunstrundgänge durch Neukölln sowie der Besuch des Theaterstücks „Abba jetzt!“ im Berliner Ensemble rundeten das Programm des zweiten Tages der Berlinreise ab.

 

Der Donnerstag startete interaktiv mit zwei Workshops – zur Wahl standen das künstlerische Seminar zum „Urban Sketching“ – durchgeführt von der EW-Alumna Wienke Jensen – sowie das digitale Planspiel „Unionslabor“, bei dem die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Regierungschefinnen und- chefs schlüpften und gemeinsam Gesetze verabschiedeten. Aus diesem Blickwinkel erlebten die Jugendlichen politische Entscheidungsprozesse auf eine ganz neue Art und Weise. Ein besonderes Highlight stellte auch das im Anschluss stattfindende Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten und EBD-Vizepräsidenten Christian Petry sowie dem Abgeordneten Johannes Schraps dar, bei dem die Jugendlichen alle Fragen loswerden konnten, die ihnen unter den Fingernägeln brannten. Von der Alltagsroutine eines Abgeordneten, überparteilichen Freundschaften, inhaltlichen Fragen zu aktuellen Herausforderungen wie der Klimapolitik oder dem Umgang mit rechtspopulistischen Kräften bis hin zu den Möglichkeiten politischen Engagements – die ganze Bandbreite an Themen war dabei vertreten.

Hautnah dabei am politischen Geschehen waren die Preisträgerinnen und Preisträger auch an ihrem letzten Tag – sie durften nicht nur eine Plenarsitzung im Bundestag live verfolgen, sondern auch die verschiedenen Fraktionsräume besichtigen. Gerne setzten sich die Jugendlichen dort selber mal ans Rednerpult. „Ich möchte nun eine Abstimmung mit Ihnen durchführen“, sprach eine der Teilnehmenden durchs Mikrofon. „Es heben bitte alle die Hand, die den heutigen Tag sehr gut fanden“. Dass ausnahmslos alle Arme in die Luft schossen, mag unter anderem auch an dem ganz besonderen Abschluss der Preisträgerreise liegen: einem Fototermin und Gespräch mit dem Bundestagspräsidenten Dr. Wolfgang Schäuble.

In der abschließenden Feedbackrunde lobten die Preisträgerinnen und Preisträger das vielfältige Programm. „Ich habe so viele neue Eindrücke dazugewonnen, die ich als ‚normaler Tourist‘ niemals bekommen hätte!“, berichtet eine Schülerin begeistert. Die Teilnehmenden sind sich alle darin einig, dass sie in der Woche in Berlin viel dazugelernt haben und eine solche Preisträgerreise nur weiterempfehlen können. Auch im nächsten Jahr werden wieder 30 Schülerinnen und Schüler die Chance bekommen, an der Berlinreise des Bundestages teilzunehmen – na wenn das mal kein Ansporn ist… 😉

Weitere Eindrücke der Preisträgerbegegnung hält unser Facebook-Album bereit.